Do, 21. Juni 2018

Teure Überziehung

24.10.2016 14:47

Wie Sie mit Ihrem Konto ins Plus kommen

Die Überziehung auf einem Girokonto ist eine teure Angelegenheit. Zinssätze dafür liegen üblicherweise zwischen zehn und 15 Prozent pro Jahr - und überschreitet man den Rahmen, wird es noch teurer. Bei einer durchschnittlichen jährlichen Überziehung von 2.000 Euro fallen so Kosten von etwa 200 Euro aufwärts an - der Weg aus den roten Zahlen ist aber manchmal nicht leicht.

Zunächst sollten Sie selbst Ihre Kontoauszüge kritisch überprüfen. Sehen Sie sich die Kontostandsentwicklung über die letzten Monate an, um erkennen zu können, ob das Minus stabil geblieben ist oder sich erhöht hat. Dann gehen Sie in die Detailanalyse: Wie viel Geld geht im Monat auf das Konto ein, welche Fixkosten haben Sie und was geben Sie sonst noch laufend aus? Die meisten Online-Banking-Anwendungen verfügen bereits über eine Funktion, die diese Aufgabe erleichtert - Sie können damit ein Haushaltsbudget erstellen lassen.

Schreiben Sie sich diese Werte anschließend gruppiert nach Kategorie auf und notieren Sie auch, was Sie monatlich an Sollzinsen gezahlt haben. Wie gut Ihre Überziehungs-Konditionen sind, können Sie übrigens über den Bankenrechner der AK herausfinden.

Im nächsten Schritt überprüfen Sie die einzelnen Kostenpositionen. Sehen Sie sich bei den Fixkosten an, ob Sie die Verträge neu verhandeln können, etwa durch Wechsel des Handy- oder Stromanbieters oder der Versicherung. Bei den variablen Kosten sollten Sie sich die Frage stellen, ob alles davon notwendig war bzw. ob Sie auch hier sparen könnten.

Banktermin
Mit diesem Wissensstand gehen Sie zu Ihrer Bank. Denn Sie haben nun Ihren Haushaltsplan gemacht und wissen, wie viel an Einsparung bei Ihnen möglich ist. Es gibt dann die Möglichkeit, eine monatliche Absenkung des Überziehungsrahmens um kleine Beträge zu vereinbaren. Denn allein durch die Verringerung der Sollzinsen schaffen Sie in der Zukunft ein wenig mehr Spielraum im Monatsbudget. Oder Sie vereinbaren, immer mit einem Teil von Urlaubs- bzw. Weihnachtsgeld einen größeren Betrag des Rahmens rückzuführen.

Hat sich bereits ein größerer Außenstand aufgebaut, macht es eventuell Sinn, diesen aushaftenden Betrag in einen Konsumkredit zu überführen. Damit schafft man am Konto den Ausgleich und kann mit fixen monatlichen Raten den Rahmen abbauen. Sie zahlen zwar einmalig die Kreditvertragsgebühren, aber die Zinsen sind bei Konsumfinanzierungen günstiger als auf dem Girokonto. Sie müssen allerdings Ihrer Bank belegen können, dass Sie sich die Raten auch leisten können.

Hat Ihr Haushaltsplan ergeben, dass Sie in den letzten Monaten mehr Geld ausgegeben haben, als Sie verdient haben, müssen Sie aktiv werden, um wieder Spielraum zu bekommen. Eine kritische Vertragsanalyse und das Ansetzen des Sparstifts wird Ihnen leider nicht erspart bleiben, damit die Bank bei der Kreditbeantragung nachweisen kann, dass Ihr Haushaltsplan die Deckung einer Kreditrate erlaubt.

Auch sollten Sie sich erkundigen, ob Sie schon alle Beihilfen und Zuschüsse oder auch Steuererleichterungen nutzen und erhalten. Versuchen Sie jedenfalls, immer einen Teil Ihrer Sonderzahlungen auf ein Sparbuch zu legen, um schrittweise eine Reserve aufzubauen. Kommen Sie alleine bzw. mithilfe Ihrer Bank nicht mehr weiter, sollten Sie unbedingt eine Schuldnerberatungsstelle aufsuchen.

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