Fr, 22. Juni 2018

Landarzt in Kanada

09.07.2014 15:11

"Die große Versuchung": Lügen, bis der Arzt kommt

Filmproduzent Roger Frappier möchte an alte Erfolge anknüpfen und mit der Neuauflage seiner Komödie "Die große Versuchung" (Kinostart: 11. Juli) um ein kanadisches Fischerdorf reüssieren. Dafür hat er die Schauspieler Brendan Gleeson und Taylor Kitsch ins Boot geholt, das Set von Quebec nach Neufundland verlegt und den Regisseur ausgetauscht: Don McKellar statt Jean-Francois Pouliot.

Schon die französische Fassung vor zehn Jahren sei ein großer Erfolg gewesen, sagte Frappier dem "Canadian Film Review". In Quebec war der Spielfilm mit mehr als einer Million Zuschauer ein Überraschungshit, beim Sundance Film Festival in den USA gewann er den Publikumspreis als bester ausländischer Beitrag. "Aber er hatte nicht den Erfolg, den er hätte haben können", begründete der Produzent das Remake. Dieses ist nun knapp zehn Minuten länger und heißt im Deutschen statt "Die große Verführung" nun "Die große Versuchung - Lügen, bis der Arzt kommt". Der Inhalt aber ist unverändert.

Die etwas mehr als 100 Bewohner des kleinen Küstendorfs Tickle Head im kanadischen Nirgendwo, die selbst lieber vom "Hafen" sprechen, leben von der Sozialhilfe. Die einzigen richtigen Jobs haben die Postbotin und der Bankangestellte. Eine Ölfirma bietet an, eine Fabrik zu bauen - Bedingung dafür ist aber ein niedergelassener Arzt.

Um dem Schönheitschirurgen Dr. Paul Lewis (Kitsch) die Provinz in einer vierwöchigen Probephase schmackhaft zu machen, lassen sich die trickreichen Dörfler um Ortsvorsteher Murray French (Gleeson) einiges einfallen: Sie hören Lewis' Telefonate ab, um seine Wünsche zu erfahren, bringen sich selbst Cricket bei, verhelfen dem Arzt beim Angeln mit gefrorenen Prachtfischen zum Glück und versuchen sogar, eine Liebelei zu arrangieren. "Er muss glauben, dass Tickle Head der beste und schönste Ort der Welt ist", sagt French - und dafür ist ihm jedes Mittel recht: "Lügen ist jetzt gerade alles, was wir haben."

Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Christina Krisch zum Film: Wie weibliche Reize, getürkte Cricket-Partien, geheuchelte Begeisterung für Jazz und tiefenentspannte Angeltouren ins Treffen geführt werden, um den Neuankömmling zu ködern, ist ein formidabler Komödien-Spaß, eingebettet in eine raue Landschaft. Fazit: In dem "kleinen Hafen mit großem Herzen" (Filmzitat!) lässt es sich vortrefflich vor Anker gehen.

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