Fr, 22. Juni 2018

Kein Ende der Gewalt

07.07.2014 15:22

Weiter Luftangriffe Israels und Raketen aus Gaza

Die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern ist am Montag weiter eskaliert. Bei einem Luftangriff auf Ziele im Gazastreifen kamen der Hamas zufolge sieben ihrer Kämpfer ums Leben. Auch der Raketenbeschuss aus der palästinensischen Region auf Israel ging weiter. Indes kündigte Israels Außenminister Avigdor Lieberman das Bündnis seiner Partei Israel Beitenu mit dem Likud von Premier Benjamin Netanyahu auf.

Es war der folgenschwerste Angriff auf die radikalislamische Hamas seit dem Krieg von 2012. Laut der Organisation starben sechs ihrer Kämpfer bei Luftangriffen auf einen "Ort des Widerstandes" in Rafah an der Grenze zu Ägypten. Zudem sei ein Mitglied der Miliz im Norden des Gazastreifens getötet worden. Das israelische Militär bestätigte Angriffe auf "Terrorziele und versteckte Raketenabschuss-Vorrichtungen". Ein Hamas-Vertreter sprach von einer "schweren Eskalation" des Konflikts und kündigte "Vergeltung" an. Zudem gehen bereits seit Tagen Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel nieder.

Israel mobilisiert 1.500 Reservisten
Aufgrund des immer härteren Schlagabtausches bereitet sich Israels Armee nun auf eine größere Operation gegen die Hamas vor. 1.500 Reservesoldaten würden mobilisiert, sagte Armeesprecher Peter Lerner am Montag. "Unsere Botschaft ist, dass wir für jede Entwicklung bereit sind. Wir müssen uns auf eine weitere Verschlimmerung der Lage einrichten", so Lerner.

Brutale Morde als Auslöser der Eskalation
Die Spannungen im Nahen Osten haben in den vergangenen Wochen erneut stark zugenommen. Zuletzt hatte der Tod eines palästinensischen Jugendlichen die Stimmung angeheizt - viele Palästinenser sehen darin eine Vergeltungstat für den Tod von drei israelischen Religionsschülern, die im Westjordanland verschleppt und getötet worden waren. Israel macht die Hamas für die Bluttat verantwortlich. Die Gruppe hat die Vorwurfe jedoch weder bestätigt noch dementiert.

Verdächtige legten Geständnisse ab
Nach der brutalen Ermordung des palästinensischen Jugendlichen legten am Montag drei von sechs festgenommenen Israelis Geständnisse ab. "Drei der sechs Verdächtigen haben die Ermordung und Verbrennung von Mohammed Abu Khder bei lebendigem Leib gestanden und die Tat vor Polizisten nachgestellt", verlautete aus israelischen Ermittlerkreisen. Bei den verhafteten Tatverdächtigen handle es sich um eine "Zelle von Mitgliedern des ultrarechten Lagers", berichtete der israelische Rundfunk.

Lieberman brach mit Netanyahus Likud
Im Streit um das richtige Vorgehen angesichts der jüngsten Eskalation im Konflikt mit den Palästinensern löste Lieberman unterdessen das Bündnis seiner Partei mit dem regierenden Likud auf. Lieberman sagte, Hintergrund seines Bruchs mit Regierungschef Netanyahu seien "tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten". Lieberman hat Netanyahus Vorgehen gegen die im Gazastreifen herrschende Hamas als "zu zögerlich" kritisiert und eine breite Militäroffensive in dem Palästinensergebiet am Mittelmeer gefordert.

"Ich verstehe nicht, worauf wir warten"
"Die Realität, in der wir leben, mit Hunderten von Raketen, die eine Terrororganisation zur Verfügung hat und die jederzeit entscheiden kann, wann sie sie einsetzen will, ist unerträglich", sagte Lieberman. "Ich verstehe nicht, worauf wir warten." Seine Fraktion wolle in der Koalition bleiben, betonte der Außenminister gleichzeitig. Die beiden Politiker hatten das Bündnis vor den Wahlen im Jänner 2013 geschlossen - "aber der Pakt hat bei den Wahlen und nach den Wahlen nicht funktioniert", sagte Lieberman.

Likud nur mehr mit hauchdünner Mehrheit
Nach dem Bruch bleiben dem Likud nur noch 20 von insgesamt 120 Mandaten im Parlament, Israel Beitenu verfügt über elf Mandate. Der Likud hat damit nur noch einen Sitz Vorsprung gegenüber der Zukunftspartei von Finanzminister Jair Lapid.

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