11.01.2006 12:50 |

Kleinliche Filmbosse

Hollywood verbietet Schülern "Umwelt-Oscar"

Die Filmbosse aus den USA machen offenbar mit Kanonen Jagd auf Spatzen: Der Volksschule in Thomasroith im oberösterreichischen Hausruckviertel flatterte ein Brief ins Haus, dass sie den "Kinder-Umwelt-Oscar" umbenennen muss. Dieser Preis wird für vorbildliche Leistungen im Bereich Umweltschutz vergeben. Der Grund: Man verstoße gegen geltendes Markenrecht!

So unglaublich es klingt - die mächtige "Academy Of Motion Picture Arts And Sciences", die jährlich den weltweit wichtigsten Filmpreis – den "Oscar" – vergibt, fühlt sich offenbar von der kleinen Volksschule bedroht. Über eine Anwaltskanzlei ließen die mächtigen Filmbosse ausrichten, dass der "Kinder-Umwelt-Oscar" gefälligst und so schnell wie möglich umzubenennen ist, weil der Name "Oscar" geschützt ist.

Seltsam nur, dass die US-Filmer erst jetzt draufkommen – schließlich wurde der Award bereits 19 Mal vergeben…

Auszeichnung wird umbenannt
Klar, dass die Davids aus Oberösterreich sich nicht mit dem Goliath aus den USA anlegen werden. "In Zukunft werden wir die Auszeichnung 'Hausruckviertler Kinder-Umweltpreis' nennen", erklärt Direktor Karl Haas, der sogar eine Verzichtserklärung für die Verwendung des Namens "Oscar" unterschreiben musste, um die kleinkarierten Filmbosse zufrieden zu stellen.

Bereits vor einigen Wochen war der Gebietskrankenkasse in Oberösterreich ein Brief einer von Hollywood beauftragten Rechtsanwaltskanzlei aus Tirol zugestellt worden, dass man - aus den selben Gründen - den Gesundheitspreis namens "Osca" umtaufen muss. Übrigens: Letztes Jahr wurde die Volksschule mit dem "Helfen beim Helfen"-Preis der Kronenzeitung für ihr Projekt zur Unterstützung für afrikanische Kinder ausgezeichnet…

Montag, 01. März 2021
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