Berlinale mit „Rose“

Sandra Hüller: „Sie wusste, es kann tödlich enden“

Unterhaltung
16.02.2026 13:53

Im österreichischen Berlinale-Beitrag „Rose“ spielt Sandra Hüller eine Frau, die sich im Dreißigjährigen Krieg als Mann ausgibt. Beim Festival berichtete sie von der Erfahrung.

„Heutzutage können wir uns alle neu erfinden, wenn wir möchten. Aber für Rose, die im 17. Jahrhundert lebte, war die Neuerfindung als Mann ein Werkzeug, um zu überleben. Sie war sich des Risikos bewusst, sie war nicht naiv. Sie wusste, dass das tödlich enden kann“, berichtete die deutsche Schauspielerin Sandra Hüller beim Filmfestival in Berlin von ihrer Rolle, die auf einer historischen Person basiert.

Das Drehbuch, das als 1000-seitiger Roman begann, kam vom Österreicher Markus Schleinzer, der auch Regie führte und erzählte: „Zu Beginn stieß ich durch Zufall auf diesen historischen Kriminalfall. Ich verbiss mich in das Thema und fand schnell heraus, dass es keine Seltenheit war, dass sich Frauen als Männer ausgaben. Ich habe 300 Frauenschicksale durchforstet. Es gab viele Gründe dafür, darunter Angst vor Zwangsheirat, vor sexuellen Übergriffen oder davor, auf einer Reise überfallen zu werden. Das waren aufwühlende Biografien und Geschichten. Die Gemeinsamkeit aller: Dass diese Frauen in der Sekunde, in der sie eine Hose anzogen, eine neue Freiheit gefunden hatten.“

Regisseur Markus Schleinzer feierte seine Filmpremiere in Berlin.
Regisseur Markus Schleinzer feierte seine Filmpremiere in Berlin.(Bild: EPA/FABIAN SOMMER)

Und so erzählt Schleinzer in seinem Schwarz-Weiß-Film „Rose“ von einer Frau, die zehn Jahre als Soldat gekämpft hat und sich nun auf einem Bauernhof niederlassen will. Doch als sie sich in eine Hochzeit hineindrängen lässt, kommen große Schwierigkeiten auf sie zu. „Rose“ ist im Wettbewerb des Festivals für den Goldenen Bären nominiert und wird im März auch das österreichische Filmfestival Diagonale in Graz eröffnen.

Freilich soll uns Roses Geschichte auch im Heute etwas sagen, erklärte Hüller auf der Berlinale: „Dinge, die vor Jahrhunderten passiert sind, sind immer auch mit uns jetzt verbunden. Und wir sehen ja, dass es auch momentan so ist, dass Menschen, die auf dem Weg zu mehr Respekt in der Gesellschaft waren, drohen, diesen Respekt jetzt wieder zu verlieren.“

Ein Happy End darf man sich von diesem Streifen (Kinostart in Österreich am 17. April) nicht erwarten – denn das gab es auch in der Geschichte kaum, meist endeten Entdeckungen mit der Todesstrafe: „Ich hätte gern ein Happy End gehabt. Aber die lassen die Zuschauer doch inaktiv zurück, als wäre alles gut. Ich will, dass die Leute durch den Film aufgewühlt werden, denn es gibt immer noch genug Ungerechtigkeit. Machen wir uns doch ein Happy End!“

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