Alpin-Snowboarderin Claudia Riegler winkt der Rekord als älteste Winter-Olympiateilnehmerin überhaupt. Aktuell hält die Bestmarke laut „Guinness World Records“ die deutsche Eisschnelllauf-Ikone Claudia Pechstein, die 2022 in China elf Tage vor ihrem 50. Geburtstag sogar eine Medaille gewann.
Riegler wird bei ihrem sechsten Olympia-Rennen am Sonntag im Parallel-Riesentorlauf 52 Jahre und 7 Monate alt sein. Laut IOC-Angaben war die Salzburgerin vor Abgabe der letzten Teilnehmerlisten die älteste gemeldete Frau für die Spiele von Mailand/Cortina. Als ältester männlicher Athlet wurde Rich Ruohonen (54) aus dem US-Curling-Team geführt. Die Bezeichnung „Grand Dame“ des Snowboard-Sports trägt Riegler jedenfalls mit Stolz. „Das passt, ich wurde ja auch schon Snowboard-Dino oder Snowboard-Oma genannt.“ Just ihr Alter bezeichnet sie als große Motivation. „Mit 30 bin ich aus allen Kadern geflogen und wurde für zu alt befunden. Das treibt mich noch heute an.“
Mit 30 bin ich aus allen Kadern geflogen und wurde für zu alt befunden. Das treibt mich noch heute an.
Claudia Riegler über ihre Motivation
Viele setzen sich oft „künstliche Grenzen“
Riegler ist nicht die Einzige, die auch im hohen Alter im Race-Boarden noch konkurrenzfähig ist. Laut Athleten liegt das weniger an mangelnder Konkurrenz als daran, dass die körperliche Abnutzung nicht in dem Maß gegeben sei wie etwa im Ski-alpin-Bereich. Außerdem komme es im Parallel-Snowboarden oft auf die mentale Stärke im Rennen Mann-gegen-Mann bzw. Frau-gegen-Frau an. Riegler, die 1994 im Weltcup debütiert hat, sieht auch eine „künstliche Grenze“, die sich viele oft setzen. „Es wird gesagt, mit 35 ist es aus. Wenn man das glaubt, dann ist es so.“
Die Frage, was Gedanken und Emotionen auch physisch auslösen, treibt sie um. „Wenn man ständig denkt: ‘Altwerden ist nicht schön, es geht bergab‘, dann lösen diese Worte entsprechende Botenstoffe aus, das wirkt sich körperlich aus.“ Sie wolle sich damit nicht zufrieden geben. Auch Ski-Star Lindsey Vonn (41) sende mit ihrer Rückkehr eine wichtige – im Endeffekt feministische – Botschaft. „Wir Frauen haben oft viel mehr drauf, als wir denken“, sagte Riegler.
Wir Frauen haben oft viel mehr drauf, als wir denken.
Claudia Riegler will sich nicht kleinkriegen lassen
Olympia-Strecke mit dem Rad besucht
Sportlich waren die vergangenen Wochen für sie keine einfachen. „Durchzogen von Ausfällen und Enttäuschungen.“ Die letzten Tage vor Olympia hat sie damit verbracht, sich neu zu sortieren. Den Olympiahang kennt sie nur als Baustelle im Sommer, als Livigno das Ziel ihrer Dreitages-Etappe von Innsbruck aus mit dem Rad gewesen ist. „Bei den Olympischen Spielen kenne ich es im Grunde nur, dass wir superlässige Pisten haben, wo man schön ziehen kann. Ich freue mich.“
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