Er wollte nie Autor sein: Doch „Krone“-Fotograf, Dokumentarfilmer und Vater Attila Molnár hat nun doch in einem unter die Haut gehenden Buch seine Erkrankung an der Autoimmunkrankheit GBS verarbeitet.
Draußen fiel leise der Schnee. Drinnen begann ein ehemaliger Patient über beinahe Unvorstellbares zu sprechen. Es war ein besinnlicher Abend in St. Pölten, an dem nicht nur ein Buch, sondern ein Leben vorgestellt wurde. Attila Molnár, („Krone“-)Fotograf, Vater, ehemals Patient mit Guillain-Barré-Syndrom (einer Autoimmunerkrankung) präsentierte sein Druckwerk „GBS – Der Weg der Möglichkeiten“ im gutgefüllten Saal des Landtagsschiffs im Regierungsviertel St. Pölten. Mit dabei waren unter anderem Gesundheits-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig, Landtagspräsident Karl Wilfing, Landesvize Stephan Pernkopf, die Landesrätinnen Christiane Teschl-Hofmeister, Susanne Rosenkranz und Eva Prischl.
Molnár wollte nie Autor sein. „Ich habe das Buch für mich geschrieben – als Therapie“. Doch seine Frau Sonja las das Manuskript – und weinte. Nicht aus Mitleid, sondern weil sie wusste: Diese Geschichte muss erzählt werden. Für alle, die glauben, allein zu sein. Das Buch ist kein Tagebuch, kein medizinischer Erfahrungsbericht. Es ist ein innerer Monolog eines Mannes, der auf der Intensivstation nur noch mit den Augen kommunizieren kann – und trotzdem nicht aufhört, zu denken, zu fühlen, zu hoffen.
Als während der Präsentation die ersten Passagen vorgelesen wurden – herausragend interpretiert von Schauspieler Matthias Hack und im Hintergrund mit Celloklängen von Tanner Türker – veränderte sich die Atmosphäre im Raum. Niemand sprach. Manche hielten den Atem an. Die Zeilen gingen unter die Haut: „Stell dir vor, dein Verstand funktioniert – aber dein Körper gehorcht nicht. Du willst schreien – aber du hast keine Stimme.“
Der wohl bewegendste Moment des Abends war, als Molnárs ehemalige Krankenpfleger und ein GBS-Genesener auf die Bühne kamen. Keine Inszenierung. Nur ehrliche Worte über Nächte, in denen Attila im Stillen Sekunden zählte, um nicht „zu oft“ die Notfallklingel zu drücken – aus Rücksicht.
Ein Buch, das einfach weiterkllingt
Das Druckwerk zeigt aber auch, dass Molnárs Gedanken an die Familie ihn nie haben aufgeben lassen. Wer das Buch wirklich liest, merkt schnell: Der Weg der Möglichkeiten endet nicht hier. Ein Buch, das bleibt, auch wenn man es zuschlägt.
Das Buch ist bei der „Buchschmiede“ (www.buchschmiede.at) erschienen und kann auch über andere Buch-Plattformen sowie Morawa erworben werden.
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