Fr, 16. November 2018

"Sewol"-Unglück

21.04.2014 08:37

Südkorea: "Taten des Kapitäns gleichen einem Mord"

Nach dem tragischen Fährunglück vor Südkorea hat die Präsidentin des Landes, Park Geun Hye, dem Kapitän der verunglückten Fähre "Sewol" vorgeworfen, sich durch sein Verhalten des "Mordes" schuldig gemacht zu haben. "Die Taten des Kapitäns und einiger Besatzungsmitglieder waren vollkommen unverständlich, inakzeptabel und kamen Mord gleich", sagte Park bei einem Treffen mit Beratern laut ihrem Büro am Montag. Unterdessen wurden vier weitere Crewmitglieder festgenommen.

Die Fähre "Sewol" war am Mittwochmorgen auf dem Weg zur Insel Jeju mit 476 Menschen an Bord gekentert und später gesunken. Bergungsmannschaften suchen weiter nach vermissten Passagieren, darunter zahlreiche Teenager der südkoreanischen Danwon High School, die sich auf einer Klassenfahrt befunden hatten.

Neben Tauchern wurden auch ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge für die Suche in dem Wrack eingesetzt, wie südkoreanische Sender am Montag berichteten. An den beiden vorangegangenen Tagen war es Tauchern erstmals gelungen, ins Innere des Schiffs vorzudringen. Bislang konnten 64 Todesopfer geborgen werden, 238 Insassen gelten weiterhin als vermisst.

"Der Kapitän hat die Passagiere im Stich gelassen"
Präsidentin Park sagte am Montag, es sei zunehmend klar, dass der Kapitän Lee Joon Seok die Evakuierung des sinkenden Schiffes unnötig verzögert und die Passagiere dann "im Stich gelassen" habe, als er das Schiff verließ. "Dies ist vollkommen unvorstellbar, rechtlich wie ethisch", sagte Park. Sie kündigte an, dass das Verhalten aller Beteiligten, angefangen von den Eignern des Schiffs über die Inspektoren bis hin zur Besatzung, untersucht werde und die Verantwortlichen vor Gericht gebracht würden.

Lee war am Samstag ebenso wie der Steuermann und die relativ unerfahrene dritte Offizierin festgenommen worden, die zur Zeit des Unglücks das Kommando auf der Brücke hatte. Zudem meldete die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft, dass am Montag drei Offiziere und ein Mechaniker des Schiffs in Polizeigewahrsam genommen worden waren.

Funksprüche zeigen Panik auf Brücke
Zuvor hatten am Sonntag veröffentlichte Aufzeichnungen des Funkverkehrs zwischen der Fähre und der Schifffahrtskontrolle gezeigt, dass zur Zeit des Unglücks auf der Brücke Panik und Chaos herrschte. Die Besatzung zögerte offensichtlich, das Schiff zu evakuieren, als sich dieses gefährlich zur Seite neigte."Wir neigen uns. Wir sind kurz davor unterzugehen", sagte ein nicht identifiziertes Besatzungsmitglied der Fähre laut den Audio-Aufnahmen. "Es neigt sich so sehr, wir können uns kaum bewegen."

An anderer Stelle sagte das Besatzungsmitglied, dass die Sicherheitsanweisungen nicht an die Passagiere durchgegeben werden konnten, da das Lautsprechersystem nicht funktionierte. Der Vertreter der Schifffahrtskontrolle erwiderte, sie sollten dennoch die Passagiere anweisen, ihre Rettungswesten und möglichst viele Lagen Kleidung anzuziehen. "Werden die Passagiere sofort nach der Evakuierung gerettet werden?", fragte daraufhin das Besatzungsmitglied. "Lassen Sie sie wenigstens einen Rettungsring tragen und lassen Sie sie schwimmen. Jetzt!", drängte der Vertreter.

Evakuierung zu spät eingeleitet?
Kritiker werfen der Besatzung vor, die Evakuierung des Schiffes zu spät angeordnet zu haben. Demnach hätten womöglich zahlreiche Menschenleben gerettet werden können, wenn die Passagiere bereits angewiesen worden wären, das Schiff zu verlassen, als sich dieses zu neigen begann, heißt es in lokalen Medienberichten.

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