Nach der Rekord-Pleite im Mineralölgeschäft Ende letzten Jahres fragt die „Krone“ in Salzburg nach: Wie geht es den Tankstellen und Importeuren im Bundesland? Pächter Sebastian Kranich setzt bei seinem Unternehmen stark auf Stammkunden – und seine Familie.
Unvorstellbare 188 Millionen Euro Schulden! Die Pleite der Linzer Stiglechner Gruppe schlug im Dezember auch in Salzburg hohe Wellen. Standorte wurden geschlossen, Betreiber mussten bei Mineralöl-Lieferungen improvisieren – die „Krone“ berichtete.
Dass das Thema des Treibstoffhandels immer schwieriger wird, berichtet auch Sebastian Kranich. Er ist seit 2022 Pächter einer Tankstelle in der Münchner Bundesstraße und war zu seinem Start mit gerade einmal 30 Jahren einer der jüngsten Tankstellenbetreiber Salzburgs – und das, obwohl das Geschäft mit Benzin, Diesel und Co rückläufig ist. „Man merkt, dass das laufend immer weniger wird“, so Kranich.
Dementsprechend sieht er im Treibstoff eher ein „Mittel zum Zweck“. Den Umsatz bringen bei ihm vor allem das Kaffeehaus mit Terrasse, die Autowäsche und der Tankstellenshop, der sogar Angellizenzen ausgibt. „Ich sehe uns als Zentrum für Mobilität“, sagt der Pächter, der bei seinen Kunden stark auf Stammgäste setzt.
Weniger geworden sind in den letzten Jahren die typischen Tanktouristen aus Deutschland. „Mittlerweile ist der Unterschied bei den Preisen nicht mehr so groß, dass sich die Fahrt über die Grenze auszahlen würde“, erzählt Kranich.
Eine wichtige Stütze für ihn ist die Familie: Ehefrau Nataliia, Mutter Astrid und die Schwestern Lisa und Katharina arbeiten im Betrieb. „Tankstellen stehen und fallen mit dem Personal“, ist der Pächter überzeugt. Für die Zukunft plant er, die Tankstelle mit Elektroladesäulen zu erweitern. „Ich fahre selbst elektrisch – ideal für meine vielen Kurzstrecken.“
Dass der Handel mit Treibstoffen nicht einfacher wird, weiß auch Franz Leikermoser. „Das Thema ist sehr vielschichtig.“ Er führt mit Sohn Markus eines der größten Importunternehmen für Mineralstoffe in Österreich. Man müsse schon die Branche kennen, oder sollte die Finger davon lassen. Er ist allerdings überzeugt: „Wir werden noch lange mit flüssiger Energie unterwegs sein.“
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