Das Erfolgsprojekt „In Arbeit“ läuft seit Jahren bei Jugend am Werk – doch zum Aufstocken der Plätze fehlen Mittel. Nun ist die Politik gefordert, damit Menschen mit Behinderung eine Chance auf einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt bekommen.
Arbeiten als vollwertiger Mitarbeiter, mit Vertrag und eigenem Gehalt – das ist es, was sich viele Menschen mit Behinderung in der Steiermark wünschen, wie Selbstvertreter erst kürzlich in der „Krone“ sagten. Stattdessen sind viele in Werkstätten tätig und erhalten dafür ein Taschengeld. „Den größten Unterschied macht der Selbstwert“, sagt Astrid Riegelnegg, die bei Jugend am Werk Steiermark das Zentrum inklusiver Arbeitsmarkt leitet.
Unternehmen sagen uns, dass sich durch Integration auch die Kultur ändert, etwa der Umgang mit Fehlern. Dass es normal ist, dass man nicht alles kann.

Andreas Pepper, Jugend am Werk
Bild: Christian Jauschowetz
Seit 2018 ist dort ein Projekt namens „In Arbeit“ angesiedelt, das den Einstieg in den sogenannten ersten Arbeitsmarkt ermöglichen soll. „Es gibt ein Dienstverhältnis, aber auch eine Begleitung durch Jugend am Werk“, erklärt Geschäftsbereichsleiter Andreas Pepper. „Ein- bis zweimal pro Woche kommt eine Assistenz, solange man sie braucht.“ Stellt ein Unternehmen eine Person mit Behinderung an, gleicht der Sozialdienstleister zudem finanziell die Leistung aus, die die Person nicht erbringen kann – kurzum, ein Unternehmen bekommt Geld für die Anstellung.
„25 solcher Plätze sind derzeit über das Land bei uns finanziert“, sagt Pepper. „Seit eineinhalb Jahren ist angekündigt, dass das erweitert wird – aber bisher ist nichts geschehen.“ Derzeit sind alle 25 Plätze besetzt und es gibt lange Wartelisten.
„Volkswirtschaftlich lohnt es sich“
Mindestens 130 Kunden, die aktuell in einem Taschengeld-Modell sind, kämen dafür infrage, sagt Pepper. „Das Modell funktioniert. Das haben wir in den vergangenen sechs Jahren bewiesen. Manche schaffen das und bekommen einen Arbeitsplatz ohne Betreuung, manche steigen wieder aus, manche wechseln das Unternehmen – das alles muss auch erlaubt sein.“ Für das Land würde das zwar Mehrkosten verursachen, „insgesamt lohnt es sich volkswirtschaftlich aber auf jeden Fall.“
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