Tragische Bilanz

Straßenverkehr forderte im Vorjahr hohen Blutzoll

Niederösterreich
03.01.2026 06:00

Der Verkehrsclub schlägt Alarm! 2025 mussten 108 Menschen in Niederösterreich im Straßenverkehr ihr Leben lassen – die meisten im gesamten Bundesgebiet.

Südautobahn, Anfang April. Ein ukrainischer Kleinbus kracht ungebremst mit 112 Stundenkilometern auf das Heck eines Lkws. Fünf Frauen sterben, zwei weitere werden schwer verletzt. Der Lenker (52) des ukrainischen Kleinbusses fasste wegen fahrlässiger Tötung 18 Monate teilbedingte Haft aus (das Urteil ist vorerst nicht rechtskräftig). Ein Horrorcrash, der Spuren hinterließ.

Bei Unfällen entscheiden oft nur wenige Sekunden über Leben und Tod. Für 108 Menschen kam, wie berichtet, 2025 aber jede Hilfe zu spät. 47 von ihnen waren Pkw-Insassen, 23 fuhren mit dem Motorrad, informiert der Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Im Bundesländer-Vergleich verzeichnete Niederösterreich mit Abstand gar die meisten Verkehrstoten!

Handy-Ablenkung kostet Leben
„Wer am Steuer mit dem Handy telefoniert oder SMS schreibt, der agiert ähnlich wie alkoholisierte Lenker“, erklärt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. In NÖ zeigte die Unfallbilanz zuletzt im Jahr 2016 eine ähnlich hohe Zahl an Todesopfern, damals waren es 112. Dass die Zahl 2025 wieder derart gestiegen ist, sei dramatisch. „Verkehrsunfälle reißen Menschen aus dem Leben, verursachen bei Angehörigen unermessliches Leid“, so Gratzer. Die meisten tödlichen Unfälle passieren aber nicht – wie oftmals vermutet – auf Autobahnen, sondern auf Bundes- und Landstraßen.

„Niederösterreich ist ein Flächenbundesland, da gibt es viele Freilandstraßen, die ein großes Unfallrisiko bergen.“ Im Jahr 2024 ereigneten sich die meisten Unfälle im Bezirk St. Pölten und Baden. 2025 verteilen sich die Unfälle quer übers Land. „Tempo 80 auf Landstraßen, Tempo 30 in Ortschaften und eine strengere Verkehrskontrolle am Land“, wären für den VCÖ Wege zu mehr Sicherheit auf den Straßen.

Immer mehr Radunfälle
Groß sei laut Experten der Aufholbedarf in Sachen Rad-Infrastruktur. 18 Personen verunglückten 2025 mit dem Rad tödlich. In ganz Österreich sind es 65 Todesopfer. Aufrütteln sollte, dass es im Jahr zuvor nur halb so viele (32) waren, die mit dem Rad im Verkehr getötet wurden. Gerade für ältere Menschen seien baulich getrennte Radwege, insbesondere auch außerhalb der Ortsgebiete, für die Sicherheit sehr wichtig.

Da die Rad-Infrastruktur jahrzehntelang vernachlässigt wurde, brauche es verstärkte Investitionen, um die nötigen Verbesserungen rasch umzusetzen, betont der Verkehrsclub.

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