Wer meint, eine so miese Schneelage zur Weihnachtszeit habe es noch nie gegeben, der hat wohl die beiden Winter 2015/2016 und 2016/2017 aus dem Gedächtnis verdrängt. Skitouren sind in Tirol kaum möglich und gefährlich, in der Heiligen Nacht könnte es ganz leicht schneien.
Im Großraum Innsbruck und natürlich besonders in den Sellrainer Bergen macht in Sachen Schnee und Wetter Lukas Ruetz aus St. Sigmund (Bezirk Innsbruck-Land) wohl keiner etwas vor. Der Schnee- und Lawinenfachmann hat momentan für Skitourengeher leider nur deprimierende Nachrichten.
Pistentouren als Alternative
„Skitouren unternimmt man derzeit am besten auf der Piste“, rät der Experte. Nicht einmal in „seinen“ Sellrainer Bergen kann er dieser Tage eine Skitour wirklich empfehlen. Die Schneelage sei einfach zu schlecht. „Am ehesten geht noch der Klassiker Lamsenspitze“, weiß er (siehe auch www.schnee.report).
Freilich: Wer dort unterwegs sein will, muss am Hauptkorridor bleiben. Denn der sei trotz Schneearmut schon ordentlich „niedergefahren“. Jenseits davon seien fast nur Steine zu erwarten.
Am ehesten geht bei den Skitouren der Klassiker Lamsenspitze. Aber die Schneequalität ist katastrophal.

Lukas Ruetz, Tiroler Schneeexperte
Bild: Stefan Voitl
Erschwerend käme hinzu, dass vor allem Bruchharsch dominiere – echter „Haxenbrecherschnee“. Und die Steine, die sogenannten Sharks, haben enormes Gefahrenpotenzial in sich bei Stürzen. Schwere Verletzungen sind dann meist die Folge.
In kurzer Hose und Turnschuhen im Winter
Gänzlich unbekannt sind dermaßen miserable Schneelagen in Kombination mit frühlingshaften Temperaturen allerdings nicht. „Es war um diese Zeit schon schlimmer“, weiß der Sellrainer. Er erinnert sich beispielsweise an die Winter 2015/2016 und 2016/2017. „Damals hatten wir bis Anfang Jänner fast überhaupt keinen Schnee. Da gingen viele in Turnschuhen und kurzen Hosen wandern.“
Dezember so warm und trocken wie selten
Eine Änderung der Lage ist nicht absehbar. „Der Dezember wird als viel zu trocken und zu warm in die Statistik eingehen“, weiß Nikolas Zimmermann vom Wetterdienst UBIMET. Eine größere Portion Schnee erwartet er selbst über den Jahreswechsel hinaus nicht. Zwar werde es ab Weihnachten kühler, es bleibe aber trocken.
Nur in den Nördlichen Kalkalpen, in den Kitzbüheler Bergen oder im Kaiserwinkel könnte es in der Nacht auf 25. Dezember selbst im Tal ganz leicht anzuckern.

Nikolas Zimmermann, Meteorologe Wetterdienst UBIMET
Bild: UBIMET
Leise Hoffnung auf „angezuckerte“ Heilige Nacht
Weiße Weihnachten werde es daher keine geben. Zimmermann: „Nur in den Nördlichen Kalkalpen, in den Kitzbüheler Bergen oder im Kaiserwinkel könnte es in der Nacht auf 25. Dezember selbst in den Tallagen ganz leicht anzuckern.“
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