Ein Advent mit „Ökoherz“: Greenpeace gibt Tipps, wie man beim Weihnachtseinkauf dem Konsumwahn entgeht und seine Liebsten umweltfreundlich(er) beschenkt.
Es ist wieder dieser Moment im Jahr, an dem vor allem die Städte zu glitzern beginnen. Die Lichterketten hängen, der Duft von Punsch liegt in der Luft – und gleichzeitig brüllt die Konsummaschine aus allen Ecken. Rabattschilder, „Nur heute!“-Angebote, künstlicher Druck. Die vorweihnachtliche Einkaufszeit hat begonnen – und damit der kollektive Kaufrausch.
Umweltschützer warnen
Doch während internationale Konzerne mit kaum überprüfbaren „grünen“ Versprechen locken, warnen Umweltschützer und regionale Betriebe gleichermaßen: Der Preis, den unsere Natur — und am Ende auch wir selbst — dafür zahlen, ist hoch.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace beobachtet Jahr für Jahr dieselbe Entwicklung: Immer raffiniertere Strategien, um Konsumenten in die Irre zu führen. Wirtschaftsexpertin Ursula Bittner – eine ganz besonders engagierte Regenbogenkämpferin – bringt es auf den Punkt: „Gerade in der Adventzeit werden multinationale Konzerne nicht müde, neue Wege zu finden, um ihre Produkte unter die Menschen zu bringen.“
Achtung Täuschung! Begriffe wie „All natural“ klingen gut, sind aber rechtlich kaum geschützt.
Siegel ist nicht gleich Siegel: Es gibt immer mehr Fantasie-Gütesiegel.
Brauche ich das wirklich? Ein Moment des Innehaltens vor dem Griff zur Rabattbox hilft.
Besonders hinterhältig sind Greenwashing-Taktiken – „Hinter grünen Lügen steckt immer die Profitgier einzelner Konzerne!“ Greenpeace fordert deshalb klare EU-Gesetze gegen irreführende Begriffe und strengere Klima- und Umweltschutzregeln. Und bis diese greifen? Wird an jeden Einzelnen appelliert, aufmerksam zu bleiben.
Wer bei Bauern kauft, stärkt unser Land.

EU-Mandatar Alexander Bernhuber
Bild: Klemens Groh
Auch EU-Abgeordneter Alexander Bernhuber sieht die Entwicklung kritisch. Für ihn ist der Weg aus dem Kaufrausch klar: weg von gesichtslosen Konzernen, hin zu echten Menschen und echten Produkten. „Jeder Einkauf beim Bauern, beim Handwerker, beim kleinen Nahversorger stärkt nicht nur die regionale Wirtschaft, sondern schützt auch unsere Kulturlandschaft und Lebensmittelqualität.“ Bernhuber bricht eine Lanze dafür, heimische Betriebe bewusst zu unterstützen – gerade jetzt, wo Lockangebote globaler Giganten stärker denn je um Aufmerksamkeit buhlen.
Die stillen Helden der Region – Handwerk, Bauern, kleine Betriebe
Während große Konzerne mit millionenschweren Marketingkampagnen auftrumpfen, stehen die kleinen Betriebe oft leise daneben – aber mit Herz, Können und echter Nachhaltigkeit. Zum Beispiel der Bäcker, der mit regionalem Getreide arbeitet. Die Tischlerin, die die Möbel fertigt und Jahrzehnte halten. Der Bauernhof, der Tiere so behandelt, wie es die Natur vorsieht. „Hier gibt es kein Greenwashing. Hier gibt es echte Arbeit, echte Qualität, echte Menschen“, bittet Bauernbundpräsident Georg Strasser: „Doch sie alle haben eines gemeinsam: Sie brauchen Käufer, die sich bewusst entscheiden“.
Dieses Jahr zu Weihnachten müssen wir uns entscheiden: Folgen wir der lautesten Werbung – oder den leisen Stimmen, die unser Land tragen? Die Versuchung ist überall. Aber die Verantwortung ebenso. Jeder Einkauf ist ein kleines Stück Zukunft. „Wählen wir es sorgfältig“ appelliert auch Österreichs „Ökobischof“ Alois Schwarz

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