Nulllohnrunde und Co.

Finanzen als großer Knackpunkt im Tiroler Landtag

Tirol
18.11.2025 12:39

Nulldefizit hin oder her: Laut Landesrechnungshofbericht könnten Tirols Schuldenobergrenzen in Höhe von 25 Prozent der Einnahmen fallen. Im November-Landtag werden alle Details dazu debattiert – und eine weitreichende Änderung beschlossen.  

Mittwoch und Donnerstag tritt der Tiroler Landtag zu seiner vorletzten Sitzung in diesem Jahr zusammen. Im Dezember steht dann das Doppelbudget mit dem Nulldefizit am Programm, mit dem die schwarz-rote Tiroler Koalition für Aufsehen in Österreich sorgte.

Ausgelagerte Schulden bislang nicht eingerechnet
Doch zuvor wird man sich mit dem Landesrechnungshofbericht zum Jahresabschluss 2024 auseinandersetzen müssen. Und dieser ist nicht ganz so zum Jubeln. Denn die Prognosen für die Einhaltung der Tiroler Schuldenobergrenzen haben sich 2025 deutlich verschlechtert.

Zu rechnen ist damit, dass zwei wesentliche Grenzwerte „gerissen“ werden: Einmal die Tiroler Schuldenobergrenze von 25 Prozent der operativen Einnahmen, zum Zweiten die 30-Prozent-Marke, wenn auch die in Landesgesellschaften ausgelagerten Schulden miteinberechnet werden. Laut „S&P Global Ratings“ soll es 2026 so weit sein.

Zitat Icon

S&P verwies zwar auf eine nachgewiesene Erfolgsbilanz bei vergangenen Sparpaketen, zeigte sich aufgrund der strukturellen Herausforderungen und der bevorstehenden Landtagswahl aber skeptisch, dass ein ausgeglichener Haushalt bis 2027 erreicht werden könnte.

Aus dem Bericht des Landesrechnungshofes 

Reformkurs unabdingbar
In ihren Szenarien gab S&P an, „dass eine Verbesserung des Ausblicks möglich wäre, wenn das Land durch Konsolidierungen zu einer ausgeglichenen Budgetstruktur zurückkehrt“, heißt es in dem 200 Seiten umfassenden Landesrechnungshofbericht, in dem sich viele spannende Details finden. Zum Beispiel jenes, dass der Personalstand des Landes 18.400 Stellen umfasst, davon 7263 bei den Tirol-Kliniken.

Obwohl dort 220 Posten nicht besetzt sind, stieg die Nettobelastung für den Personalaufwand auf 420 Millionen Euro.

Nulllohnrunde als symbolischer Akt
Beschlossen wird in dieser Landtagssitzung auch die Nulllohnrunde für Politiker. Diese geht auf einen Allparteienantrag zurück. Die NEOS fordern derartiges schon seit Jahren, bissen bislang aber auf Granit. Das Einsparpotenzial ist mit rund 325.000 Euro pro Jahr eher gering bemessen, aber offenbar geht es mehr um die Signalwirkung.

Zugang zu Videoüberwachung erleichtern
Datenschutzrechtliche Bestimmungen sind oft ein großes Hindernis für Gemeinden bei der Einführung von Videoüberwachungen. Auf der anderen Seite sind sie immer öfter mit Vandalenakten konfrontiert, die Schaden am öffentlichen Eigentum anrichten. In einem Antrag an den Bund will die Regierung nun Erleichterungen prüfen lassen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Tirol
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt