Briefwahl nach Debatte

Tiroler Schützen: Neun Thesen zu Frauen am Gewehr

Tirol
12.11.2025 06:00

Ob Frauen künftig auch mit dem Gewehr und nicht ausschließlich als Marketenderinnen ausrücken dürfen, darüber haben die Mitglieder des Bundes der Tiroler Schützenkompanien im Herbst bei mehreren Veranstaltungen gesprochen. Daraus wurden neun Thesen formuliert, die nun an die Mitgliedskompanien gehen. Eine geheime Briefwahl soll endgültig entscheiden. 

Meinungen wurden ausgetauscht, Erkenntnisse gesammelt. Nun sind die Tiroler Schützenkompanien am Zug. Sie stimmen zwischen 1. Dezember und 15. Jänner in einer geheimen Briefwahl ab, ob Frauen künftig als Gewehrschützinnen ausrücken dürfen. Die Basis dafür bilden die Ergebnisse der Viertel-Bildungstage, die im Herbst zu der Frage stattfanden.

Die Erkenntnisse daraus wurden in neun Thesen gegossen, die den 235 Kompanien als Entscheidungshilfe dienen sollen. Wie die Thesen lauten, möchte Landeskommandant Thomas Saurer noch nicht verraten: Mitreden sollen nur die Mitglieder, zu viele externe Parteien hätten sich zuletzt eingemischt.

Thomas Saurer, Landesschützenkommandant von Tirol, war bei allen vier Viertel-Bildungstagen ...
Thomas Saurer, Landesschützenkommandant von Tirol, war bei allen vier Viertel-Bildungstagen anwesend und berichtet von einer konstruktiven Atmosphäre.(Bild: Christof Birbaumer)

Frauenanteil bei Diskussion lag bei 25 Prozent
Die Viertel-Bildungstage seien jedenfalls sehr gut angekommen. Man habe die Teilnehmerzahl limitieren müssen, insgesamt kamen 359 Personen. Davon waren knapp ein Viertel Frauen – angesichts einer Frauenquote von 13,9 Prozent bei den Tiroler Schützen überproportional viele. Der Dialog sei respektvoll und wertschätzend gewesen, „wir haben oft gehört, dass es gut ist, dass wir darüber sprechen“, sagt Saurer.

„Jahrhunderte gewachsen, das gilt es zu berücksichtigen“
Wohin die Tendenz geht, dazu hielt er sich bedeckt, zur Sprache gekommen seien aber Themen wie Geschichte, Aufgaben, Rollenverteilung, Tracht oder militärische Ränge. Saurer betont, dass es nicht um Gleichberechtigung gehe – „vereinsrechtlich sind unsere weiblichen Mitglieder vollwertige Mitglieder und können sämtliche Funktionen bis hin zur Obfrau bekleiden“. Aber: „Die Aufgaben und Rollenverteilungen sind über Jahrhunderte gewachsen. Diese gilt es zu berücksichtigen.“

Wie sich die Mitgliedskompanien – jede hat eine Stimme – entscheiden, wird im Jänner feststehen. Dann steht entweder eine Änderung der Statuten an – oder alles bleibt beim Alten.

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