Im Westen des Landes

Ukraine-Krise: Putins Armee in Alarmbereitschaft

Ausland
26.02.2014 17:44
Russlands Präsident Wladimir Putin hat Teile seiner Armee in Alarmbereitschaft versetzt. In West- und Zentralrussland soll ab sofort die Kampfbereitschaft der Truppe geprüft werden. Die Krise im westlichen Nachbarland Ukraine hatte die russische Politik zuletzt auf den Plan gerufen und das Verhältnis Moskaus zu Europa und den USA getrübt. Die Situation im Nachbarland steht aber laut Moskau in keinem Zusammenhang mit der Mobilisierung.

Geprüft werden solle lediglich die Bereitschaft in Krisensituationen sowie bei militärischer Bedrohung, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Die Prüfung erfolge in zwei Etappen bis zum 3. März, so Schoigu laut der Agentur Interfax. Bereits im vergangenen Jahr hatte Putin in Westrussland mehrmals kurzfristig Manöver angeordnet.

Moskau spricht von "neofaschistischer Stimmung"
Außenminister Sergej Lawrow hatte zuvor von einer zunehmend "neofaschistischen" Stimmung im Westen der Ukraine gesprochen. Hintergrund sind Forderungen, die Sprache der russischen Minderheit in dem Land nach dem Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch zu verbieten. Im Ostteil der Ukraine leben viele ethnische Russen, ebenso wie auf der Halbinsel Krim, wo die russische Schwarzmeerflotte stationiert ist.

Deren Schutz wurde ebenfalls verstärkt. So wurden in den vergangenen Tagen zusätzliche motorisierte Einheiten nach Sewastopol transportiert (kl. Bild zeigt ein Panzerfahrzeug der russischen Armee). "Wir treffen Maßnahmen, um die Sicherheit unserer Einrichtungen, unserer Infrastruktur und unseres Arsenals auf dem Schwarzen Meer zu garantieren", sagte Schoigu.

Demonstrationen auf der Halbinsel Krim
Seit der Machtübernahme durch die Regierungsgegner in Kiew herrscht daher auch auf der Krim eine äußerst angespannte Situation. In Sewastopol übernahm nach einer Straßenabstimmung sogar ein Russe das Bürgermeisteramt.

Doch das akzeptieren nationalistische Gruppierungen auf der Halbinsel nicht, sie wollen den Einfluss Kiews auch auf die Krim ausweiten. Am Mittwoch kam es in der Krim-Hauptstadt Simferopol zu teils gewaltsamen Ausschreitungen zwischen prorussischen Separatisten und Anhängern der neuen ukrainischen Führung (kl. Bilder). Es soll mehrere Verletzte gegeben haben.

Rund 2.000 Tartaren - die ursprüngliche Bevölkerung der Halbinsel - standen mehrere Hundert prorussische Demonstranten gegenüber, manche in traditionellen Kosaken-Trachten, die riefen: "Die Krim ist russisch." Beide Gruppen wurden durch Polizeieinheiten auseinandergehalten. Derzeit halten sich einige führende russische Politiker in Simferopol auf, um die Lage zu sondieren. Die Führung in Moskau befürchtet, dass ukrainische Nationalisten den Autonomie-Status der Halbinsel beenden könnten.

Janukowitsch laut Staatsanwaltschaft noch in der Ukraine
Das Rätselraten um den Aufenthaltsort des gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch geht unterdessen weiter. Die stellvertretende Generalstaatsanwältin Mykola Golomcha gab am Mittwochnachmittag bekannt, dass sich der Ex-Machthaber noch im Land aufhält. "Wir verfügen über Informationen, nach denen Janukowitsch noch immer in der Ukraine ist", so Golomcha.

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