Präsident warnt

Ukraine "am Rande des Staatsbankrotts"

Ausland
23.02.2014 20:39
Die Ukraine steht nach den Worten von Übergangspräsident Alexander Turtschinow am Rande des Staatsbankrotts. "Wir sind dabei, in den Abgrund zu rutschen, wir befinden uns am Rande einer Zahlungsunfähigkeit", sagte Turtschinow am Sonntag in einer Ansprache an die Nation.

Turtschinow kündigte einen Westkurs der Ex-Sowjetrepublik an. "Vorrang hat für uns, zum Kurs der Annäherung an Europa zurückzukehren", sagte Turtschinow am Sonntag. "Wir müssen in den Kreis der europäischen Länder zurückkehren."

Die Weigerung des gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch, ein historisches Abkommen mit der EU zu unterschreiben, hatte die monatelangen Proteste in der Ukraine ausgelöst. Das Parlament hatte Janukowitsch am Samstag für abgesetzt erklärt und am Sonntag Turtschinow, einen Vertrauten von Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko, zum vorläufigen Staatschef bestimmt.

Der 49-Jährige erklärte, die Ukraine sei zu einem guten Verhältnis mit Russland bereit. Nötig sei aber, dass Moskau "die europäische Wahl der Ukraine anerkennt und berücksichtigt".

Demokratische Wahlen versprochen
Turtschinow versprach demokratische Präsidentenwahlen am 25. Mai. Janukowitschs Anhänger rief er auf: "Betrachtet seinen persönlichen Sturz in einem blutigen Drama nicht als Niederlage! Er hat vor allem Euch betrogen, die an ihn geglaubt haben." Auch die Interessen der bisherigen Janukowitsch-Wähler würden geschützt werden, versprach der Übergangspräsident.

"Unsere erste Aufgabe ist es, die Konfrontation zu stoppen", sagte Turtschinow. Die künftige Regierung müsse zudem ein Abrutschen des fast bankrotten Landes in den wirtschaftlichen Abgrund aufhalten, mahnte er. Die Dutzenden Opfer, die bei den Protesten getötet worden waren, würdigte er als "Helden".

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