Beweise gefälscht

23 Jahre in Haft: US-Justizopfer bekommt Millionen

Ausland
21.02.2014 07:02
Ein Mann, der 23 Jahre unschuldig im Gefängnis gesessen ist, bekommt von der Stadt New York 6,4 Millionen Dollar. Wie die Behörden Donnerstagnacht mitteilten, sei im Fall des 59-jährigen David Ranta eine außergerichtliche Einigung erreicht worden, die "im besten Interesse aller Parteien" sei.

Ranta war 1991 wegen der Ermordung eines jüdisch-orthodoxen Rabbiners bei einem missglückten Raubüberfall verurteilt worden. Der Mann hatte in all den Jahren in Haft stets seine Unschuld beteuert.

Polizist manipulierte Ermittlungen
Im Lauf der Zeit stellte sich heraus, dass der zuständige Polizist Louis Scarcella die Ermittlungen manipuliert und Beweise gefälscht hatte. Scarcella, mittlerweile im Ruhestand, soll auch in zahlreichen anderen Verfahren Geständnisse erfunden und Zeugen unter Druck gesetzt haben. Im vergangenen März wurde Ranta freigelassen.

Ein weiterer Häftling, der aufgrund von Ermittlungsergebnissen Scarcellas verurteilt worden war, wurde inzwischen ebenfalls enthaftet. Ranta, der am Tag nach seiner Freilassung einen Herzschlag erlitt, hatte ursprünglich angekündigt, die Stadt auf eine Entschädigung von 150 Millionen Dollar verklagen zu wollen.

Kriminelle zu Falschaussagen verleitet
Zwei gefährlichen Kriminellen seien laut "New York Times" nach dem Mord Rauschgift und Prostituierte versprochen worden, wenn sie gegen Ranta aussagen. Nur ein Zeuge habe vorgegeben, ihn identifizieren zu können - und dem sei vorher gesagt worden, auf wen er zeigen solle. Der wahre Mörder sei schon vor dem Prozess bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei ums Leben gekommen.

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