Bald Präsident?
Wahl in Ägypten: Verwirrung um Sisis Kandidatur
Oberst Ahmed Ali meinte auf seiner Facebook-Seite: "Es handelt sich nicht um ein direktes Zitat. Die Entscheidung von Feldmarschall Abdel Fattah al-Sisi, sich um die Präsidentschaft zu bewerben oder dies nicht zu tun, ist eine persönliche Entscheidung, die er selbst - und niemand sonst - vor dem großen ägyptischen Volk treffen wird, in klaren Worten, die keinen Raum für Zweifel oder Interpretationen offenlassen werden."
Derzeit ist Sisi, der hohes Ansehen in der Bevölkerung genießt, Verteidigungsminister in der Übergangsregierung. Er hatte im Juli 2013 nach Massenprotesten den ersten gewählten Präsidenten in Ägypten, Mohammed Mursi, entmachtet. Sein Sieg bei einer Präsidentenwahl gilt als wahrscheinlich. Die Wahlen sollen in den nächsten sechs Monaten stattfinden.
Breite Unterstützung für populären General
Unterstützung erhält der populäre General von verschiedenen Seiten. Da sind einmal die gesellschaftlichen Kräfte, die eine islamistische Regierung ablehnen, aber auch Ägypter, die den Muslimbruder Mohammed Mursi 2012 nur aus dem Grunde gewählt haben, weil dieser den Wandel weg von der Ära Mubarak symbolisierte. Auch viele liberale Politiker und Kaufleute, die seit Mursis Sturz wieder im Geschäft sind, unterstützen ihn.
Vor allem aber die Streitkräfte, das Machtzentrum Ägyptens, setzen auf den als fromm und koranfest beschriebenen Sisi. Sie wollen einen Mann an der Spitze des Staates haben, welcher der wachsenden politischen Gewalt die Stirn bieten kann. Dass er das gewillt ist zu tun, zeigte das harte Vorgehen von Armee und Polizei am Jahrestag der Revolution.
Ein Ruf als Demokrat eilt dem Mann, der von Freunden und Familie als jemand beschrieben wird, der wenig redet, aber handelt, nicht voraus. "Er liebte es zuzuhören und sorgsam zu prüfen, was gesagt wurde. Nachdem er viele Meinungen gehört hatte, schlug er plötzlich zu", berichtete vor Kurzem sein Cousin Fathi al-Sisi, der ein Kunsthandwerksgeschäft betreibt. "Abdel Fattah hatte nur eines im Kopf: Arbeit, das Militär, Aufstieg an die Spitze."
Vor dem Sturz Mursis weitgehend unbekannt
Bevor Sisi am 3. Juli 2013 im Fernsehen den Sturz Mursis verkündete, war er außerhalb Ägyptens weitgehend unbekannt. Mursi selbst hatte den frommen Muslim im August 2012 zum Armeechef und Verteidigungsminister ernannt. Er wollte einen jungen General an der Spitze der Streitkräfte haben, um den Einfluss der von Mubarak ernannten alten Garde zurückzudrängen.
Anders als Mursi, der für Kritik taub schien, vernahm Sisi den wachsenden Unmut der Bevölkerung darüber, wie die Muslimbruderschaft Mursis das Land zugrunde richtete. Schließlich stellte er dem Mann, der ihn auf den Schild gehoben hatte, ein Ultimatum: Mursi solle den Forderungen der Demonstranten binnen 48 Stunden nachgeben - oder das Militär werde eingreifen. Der Rest ist Geschichte.












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