5. Februar 2014

Schusslinie

Sport
05.02.2014 11:03
So machtlos ist Wladimir Putin in Wirklichkeit: Ein Brief genügt, um dem Image seiner Spiele tiefe Kratzer zuzufügen. Die Terroristen, welcher Nation auch immer sie angehören, haben ihr Ziel bereits erreicht - ohne eine Bombe zu zünden oder einen Schuss abzugeben.

In dieser irrationalen Welt der Olympia-Gegend rund um den Kaukasus kann sich der Sieger nennen, der am meisten Angst und Schrecken verbreitet – das war, abseits der Menschenrechtsverletzungen und Umweltverbrechen in Russland, immer ein Argument der vernünftigen Kritiker dieses Großereignisses: Man darf in einem Pulverfass keine olympische Flamme entzünden; nicht einmal ein Feuerzeug. Es wird sofort ein Flächenbrand daraus.
Jetzt hat es die Österreicher getroffen - aber natürlich sind die Delegationen der anderen Nationen über die Drohungen gegen Bernadette Schild und Janine Flock informiert und geschockt. Und man muss kein Prophet sein, um zu erahnen, dass weitere Briefe folgen werden.

Der Rückzug unserer Mannschaft ist (noch) kein Thema, aber nicht alle nationalen Olympischen Comitees werden ähnlich gelassen reagieren: Sollte etwa den Amerikanern Ähnliches passieren, holen sie ihre Athleten flugs zurück. Ein US-Flugzeugträger wartet für den Fall der Fälle bereits im Schwarzen Meer.

Die Welt hatte Terroranschläge befürchtet, aber jetzt kam ein Brief – auch Worte können verletzen.

Die Terroristen haben damit Putin und seine Spiele mitten ins Herz getroffen: Wir stehen einfach in der Schusslinie. Und das soll Olympia sein?

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(Bild: KMM)



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