Vom vermeintlichen Job-Killer zum Lichtblick für die steirische Industrie: Eine neue Wirtschaftskammer-Studie zeigt das enorme Potenzial der „smarten Produktion“ auf. Tausende neue Jobs sollen entstehen. Aktuelles Beispiel: Siemens Mobility baut neuen Standort in Fürstenfeld auf.
Gute Nachrichten sind in der steirischen Industrie derzeit eher Mangelware. Umso mehr lassen nun die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Instituts für Standort und Wirtschaft der Wirtschaftskammer Steiermark aufhorchen: Demnach ist der Sektor Automatisierung und smarte Produktion im Aufwind und entwickelt sich zu einem immer wichtigeren Jobmotor.
Starkes Wachstum in der Branche
„Seit 2008 haben wir in diesem Bereich ein Beschäftigungsplus von 60 Prozent“, sagt Studienautor Ewald Verhounig und setzt nach: „Ich war bei der Analyse selbst überrascht, wie stark dieses Feld jetzt schon ist.“ 44.000 Menschen sind in der Steiermark in der Automatisierungsbranche tätig. Diese umfasst eine Mischung aus klassischen Industriezweigen wie Maschinenbau und Elektrotechnik mit modernen IT-Dienstleistungen.
Früher hat man Angst gehabt, dass durch Automatisierung Jobs eingespart werden. Der aktuelle Trend zeigt uns was anderes
Herbert Ritter, Vorsitzender AT Styria
„Früher hat man Angst gehabt, dass durch Automatisierung Jobs eingespart werden. Der aktuelle Trend zeigt uns was anderes“, sagt Herbert Ritter, Vorsitzender der Plattform Automatisierungstechnik Styria und WKO-Vize-Chef. Die Sparte werde künftig auch in der Lage sein, „schwächelnde Branchen abzufedern und die wirtschaftliche Stabilität des Landes zu sichern.“
In Graz findet gerade das „Internationale Forum Mechatronik“ mit fast 400 Experten aus ganz Europa statt. Zugleich geht auch der Bundeslehrlingswettbewerb der Mechatroniker über die Bühne. Im Zuge dessen wurde eine Studie zur Automatisierungs-Branche in der Steiermark vorgestellt.
Viele neue Arbeitsplätze in ländlichen Regionen
Das bestätigt die Studie in ihrem Ausblick. Der Sektor gehört demnach zu den dynamischsten in der Steiermark mit sehr hohem Wachstumspotenzial. „Bis 2030 könnten hier zusätzlich bis zu 10.000 Jobs entstehen“, sagt Ewald Verhounig. „Das wirkt auch regionalpolitisch. Gerade in den ländlichen Regionen entstehen neue Arbeitsplätze.“
Beispielhaft kann hier Siemens Mobility genannt werden. Am Standort in Graz-Eggenberg, dem Weltkompetenzzentrum für Schienenfahrzeug-Fahrwerke, wurde in den letzten Jahren massiv in Automatisierung investiert – vom Schweißroboter bis zur digitalisierten Endabnahme. Jetzt wird in Fürstenfeld ein zweiter Standort aufgebaut. Rund 45 Millionen Euro werden investiert, es entstehen 100 neue Arbeitsplätze. Bereits 2026 soll der Betrieb starten. „Automatisierung ist gerade in Zeiten wie diesen ein ganz wesentlicher Hebel, wir stehen unter enormem Wettbewerbsdruck und müssen die Effizienz heben“, sagt Siemens-Standortleiter Stefan Erlacher.
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