Fr, 17. August 2018

Mehr als 200 Tote

14.01.2014 13:11

Fährunglück im Südsudan: "Es sind alle ertrunken"

Bei einem Fährunglück im Südsudan sind am Dienstag mehr als 200 Menschen ertrunken, die auf der Flucht vor den Kämpfen in der Stadt Malakal waren. Die Fähre sei auf dem Weißen Nil verunglückt, hieß es. Unter den 200 bis 300 Opfern seien Frauen und Kinder, sagte Militärsprecher Philip Aguer der Nachrichtenagentur AFP. Das Schiff sei überfüllt gewesen, "es sind alle ertrunken".

Die völlig überfüllte Fähre habe sich zu einer Seite geneigt und sei umgekippt, sagte der Lokalpolitiker und Augenzeuge Majok James. "Die Menschen haben versucht, sich an den Seiten des Bootes festzuhalten, aber nur zwei von ihnen und der Kapitän haben es lebend ans Ufer geschafft", erklärte James. "Dieser Teil des Nils ist sehr breit und tief und hat eine starke Strömung." Unter den 200 bis 300 Opfern sollen großteils Familien mit Kindern sein.

Tausende auf der Flucht vor blutiger Gewalt
Die Passagiere der verunglückten Fähre "waren auf der Flucht vor den Kämpfen, die in Malakal wieder begonnen haben", erklärte Militärsprecher Aguer. Malakal ist die Hauptstadt des nördlichen südsudanesischen Bundesstaates, dem ölreichen Upper Nile. Aus der Stadt wurden am Dienstag heftige Gefechte gemeldet, als Rebellen einen neuen Versuch unternahmen, Malakal unter ihre Kontrolle zu bringen.

"Es gibt neue Gefechte in und vor der Stadt", bestätigte UNO-Vertreter Toby Lanzer. Die Zahl der Menschen, die auf dem dortigen Stützpunkt der UNO-Friedenstruppen Zuflucht vor der Gewalt suchten, sei von 10.000 auf 19.000 gestiegen. Die Streitkräfte meldeten auch heftige Kämpfe vor der Stadt Bor, die die Regierung von den Rebellen zurückerobern will.

Machtkampf verfeindeter Volksgruppen
In dem erst Mitte 2011 gegründeten Südsudan war Mitte Dezember ein seit Langem schwelender Machtkampf zwischen Präsident Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Machar eskaliert. Die Rivalen gehören den verfeindeten Volksgruppen der Dinka und der Nuer an.

Fünf von zehn Bundesstaaten sind von der Gewalt erfasst. Bei den Kämpfen wurden bereits Tausende Menschen getötet. Etwa 230.000 Südsudanesen haben nach Angaben der Vereinten Nationen vor der Gewalt die Flucht ergriffen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Eklat in EL-Quali
Becherwurf in Graz: UEFA vertagt Entscheidung
Fußball National
Runde der letzten 32
Champions League: Hammerlos für St. Pöltens Damen
Fußball National
Seien Sie live dabei!
Ganz Linz feiert mit der „Krone“
Oberösterreich
„Trauriges Lächeln“
Kiew ätzt über Putin-Besuch bei Kneissl-Hochzeit
Österreich
Abschied nach Saison
Alonso: Darum kehrt er der Formel 1 den Rücken
Video Sport
„Darf sich ausruhen“
Lionel Messi lässt Argentiniens Testspiele aus
Fußball International
Nach Lieferproblemen
2. WM-Stern: Neues Frankreich-Trikot endlich da!
Video Fußball
Hochzeit als Politikum
Putin sagte Kneissl schon am 19. Juli zu!
Österreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.