29.11.2005 10:52 |

Doping-Streit

NHL wehrt sich gegen Doping-Vorwürfe

In der nordamerikanischen Eishockey- Profiliga NHL herrscht helle Aufregung. Dick Pound, Chef der Welt- Anti-Doping-Agentur (WADA), hat mit seiner Anklage, die Liga sei vom Doping verseucht große Empörung unter Spielern und Funktionären ausgelöst. Knapp ein Drittel aller NHL-Profis würden sich dopen, hatte Pound in einem Artikel der Zeitung London Free Press behauptet. "Die Aussagen von Herrn Pound entbehren jeglicher Grundlage", meinte der stellvertretende NHL-Geschäftsführer Bill Daly.

Nach Angaben der Liga wurden in den vergangenen 15 Jahren bei internationalen Veranstaltungen wie Olympischen Winterspielen und Weltmeisterschaften nur drei NHL-Spieler positiv getestet. "Ich finde es sehr Besorgnis erregend, dass sich Herr Pound zu einem Thema äußert, von dem er absolut keine Ahnung hat", sagte Daly entrüstet. Pound hatte in einem Telefonat mit Liga-Chef Gary Bettman erklärt, die Liga habe ein Doping-Problem, was Bettman jedoch vehement zurückwies.

Auch NHLPA wehrt sich
Auch der geschäftsführende Direktor der Spieler-Gewerkschaft, Ted Saskin, war außer sich: "Die Aussagen von Dick Pound sind unglaublich unverantwortlich. Er kennt weder unseren Sport noch unsere Spieler und sollte sich solche Kommentare besser sparen." In der Liga wird sogar über rechtliche Schritte gegen den WADA-Verantwortlichen nachgedacht. "Wer ist denn bitteschön Dick Pound?" fragte Todd Bertuzzi von den Vancouver Canucks. "Sagt ihm, er soll doch mal in unsere Kabine kommen und uns ohne Trikots anschauen. Dann wird er sehen, wie wenig gedopt wir sind."

Schärfere Dopingregeln ab Jänner
Tatsächlich kommen Pounds Bemerkungen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt für die Liga. Nach der ausgefallenen vergangenen Saison ist die beste Eishockey-Liga der Welt gerade dabei, den ramponierten Ruf mit positiven Schlagzeilen etwas zu schönen. Zudem treten vom 15. Jänner an verschärfte Dopingbestimmungen in Kraft. Demnach werden alle Spieler während einer Saison mindestens zwei Mal unangekündigt getestet. Ein erstes Doping-Vergehen wird mit einer Sperre von 20 Spielen bestraft. Ein zweiter Verstoß gegen die Doping-Regeln bringt eine Suspendierung von 60 Spielen mit sich, und nach dem dritten Fehlverhalten wird eine lebenslange Sperre verhängt.

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