Drohung an Schule

„Am liebsten würde ich euch alle erschießen!“

Niederösterreich
30.08.2025 08:00

Ein Referat über ein Shooter-Game endete für einen Schüler vor Gericht: Der 18-Jährige musste sich in Krems (NÖ) wegen gefährlicher Drohung verantworten. 

Ein Außenseiter, still und unscheinbar, mit schlechten Noten: „Es ist schwierig für mich, eine Kommunikation aufzubauen“, murmelt er. In einem Referat über sein Lieblingsspiel im Mai dürfte der 18-jährige Niederösterreicher dann aber doch Worte gefunden haben. Denn der Vortrag über das Computerspiel „Dead Space“ (ein Shooter-Game, in dem Leute blutrünstig getötet werden) stieß bei seinen 15-jährigen Mitschülern auf großes Unbehagen. Offenbar aus Trotz über die Ablehnung habe er dann im Vorbeigehen „am liebsten würde ich euch alle erschießen“ gemurmelt.

Distanziertes Verhältnis
Schon seit dem Herbst herrsche vor allem zu einem Mitschüler ein angespanntes Verhältnis. Tagtägliche Beleidigungen seitens des Angeklagten stünden auf der Tagesordnung. „Hast du jetzt Angst vor mir?“, soll er seinen Klassenkameraden nach dem Vortrag gefragt haben. Dabei war der 18-Jährige an früheren Schulen selbst ein Mobbingopfer. „Er mag mich nicht und das hat er immer sehr deutlich gezeigt“, gibt der Mitschüler zu Protokoll.

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„Ich habe keinen Zweifel daran, dass der Wortlaut so gefallen ist. Ich glaube aber nicht, dass sie damit eine Tat ankündigen wollten“, begründet der Richter seine Entscheidung.

Herr Rat nach der Urteilsverkündung

„In diesem Spiel werden Menschen durch Schusswaffen getötet. Unter dem Eindruck des Referats habe ich seine Drohung sehr ernst genommen“, so eine 15-jährige Mitschülerin. Er rede ja sonst nicht viel, und dann so etwas. „Wieso haben Sie dieses Thema für den Vortrag gewählt?“, will Herr Rat vom 18-Jährigen wissen. Aus Interesse, lautet die Antwort. „Oder wollten Sie ihren Mitschülern mit dem blutrünstigen Spiel gezielt Angst machen?“, fragt der Richter nach.

Urteil ist noch nicht rechtskräftig
Doch dass er dieser Drohung auch Taten folgen lassen wollte, daran glaubt Herr Rat beim Prozess in Krems (NÖ) nicht – und spricht den Angeklagten vom Vorwurf der gefährlichen Drohung frei. Er ortet aber, wie auch die Sozialarbeiterin, psychische Labilität bei dem jungen Mann und rät dringend einen Psychiater aufzusuchen. „Sie zeigen alle Anzeichen einer Erkrankung.“ Eine frühere Therapie hat der 18-Jährige abgebrochen. „Sie hat mich aufs Dach gebracht. Die Leute verstehen Dinge falsch.“ Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. 

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