Fr, 21. September 2018

Millionen veruntreut

02.01.2014 11:11

US-Banker 18 Monate nach "Selbstmord" verhaftet

Erst Selbstmord, dann Verhaftung: US-Banker Aubrey Lee Price täuschte im Juni 2012 seinen Suizid vor, da er vom FBI in Zusammenhang mit einem Betrugsfall in Höhe von 17 Millionen US-Dollar gesucht wurde. Während ein Richter ihn bereits für tot erklärte, wollte die Behörde der Geschichte keinen Glauben schenken und fahndete weiter. Der Zufall hat ihr nun in die Hände gespielt: Price ist am Neujahrstag wegen seines Autos aufgeflogen.

Das neue Jahr hätte für Aubrey Lee Price wohl nicht schlechter beginnen können, die Opfer seines Anlagebetrugs hingegen dürfen sich freuen. Dass er geschnappt wurde, hat das FBI aufmerksamen Polizisten zu verdanken.

Sie hielten Price laut Nachrichtenagentur AP am Mittwoch an, weil die Scheiben seines Autos zu stark abgedunkelt waren. Im Zuge dessen habe man schnell festgestellt, dass der Mann falsche Angaben machte und vom FBI gesucht wurde, so die zuständige Polizeidienststelle von Glynn County im US-Bundesstaat Georgia.

FBI ließ nicht locker
Dabei ist Price seit über einem Jahr offiziell tot - ein Richter in Florida hatte ein halbes Jahr nach der Selbstmordnachricht des Bankers an Familie und Bekannte und seinem Verschwinden so entschieden. Das FBI aber wollte die Geschichte nie glauben und schrieb Price mit 20.000 US-Dollar Belohnung zur Fahndung aus.

Der Bundespolizei zufolge sammelte Price bei etwa 115 Investoren, vor allem in Georgia und Florida, ganze 40 Millionen Dollar ein. Der Betrug begann laut FBI im Jänner 2011, einen Monat, nachdem Price zum Direktor der Montgomery Bank & Trust aufgestiegen war. Über komplizierte Finanzkonstrukte habe er Geld, statt es wie versprochen zu investieren, auf eigene Konten überwiesen.

Falsche Selbstmordnachricht verschickt
Mit 17 Millionen soll er sich dann aus dem Staub gemacht haben. In seiner Selbstmordnachricht behauptete Price hingegen, er habe das ganze Geld bei fehlgeschlagenen Investitionen verloren und werde aus "tiefer Sorge, Angst und Scham" von einer Fähre ins Meer in den Tod springen.

Den Selbstmordschwindel bereitete Price offenbar akribisch vor: Auf seiner Kreditkartenabrechnung fanden die Fahnder sowohl einen Fahrschein für die Fähre als auch Tauchergewichte. Und Price begab sich zumindest zum Abfahrtsort der Fähre in Key West, Florida, das FBI veröffentlichte Aufnahmen vom Terminal (großes Bild) und ließ wissen, dass sein Ticket eingescannt worden sei. Wie Price danach verschwand, ist bisher offen. Möglich sei, dass er per Boot flüchtete - dies sei nämlich das einzige Vehikel im Besitz des Bankers, das von den Behörden nicht sichergestellt werden konnte.

Ob Prices Frau und Kinder wussten, dass der Banker noch am Leben ist, ist bisher unbekannt. Fest steht, dass er mit seiner Familie wenige Wochen vor seinem Verschwinden in die Nähe der Eltern seiner Frau zog. Auf diese und weitere Fragen erhoffen sich die Behörden schon bald Antworten - noch am Donnerstag soll Price das erste Mal vor einem Richter in Brunswick erscheinen.

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