Gasexplosion

Sperrstunde rettete vier Menschen!

Oberösterreich
26.11.2005 17:26
Die Sperrstunde rettete vier Menschenleben: Um 2.30 Uhr früh hatte die Wirtin des Gasthauses „Wahlmühle“ in Allerheiligen bei Perg mit drei Gästen das Lokal verlassen. Eine Viertelstunde später machte eine Gasexplosion das Gebäude dem Erdboden gleich! Die Familie ist vom Pech verfolgt: Der Mann war vor vier Monaten mit dem Gleitschirm in einer Starkstromleitung hängengeblieben.

„Wir wissen einfach net, wies jetzt weitergeht“, ist Gastwirt Karl Haselgrübler (44) schwer geschockt. Er hatte das Gasthaus Wahlmühle vor drei Jahren mit seiner Frau Gertrude gepachtet: „Seither haben wir jedes Jahr investiert, eine Kegelbahn, eine Seidelbar und einen Wintergarten gebaut. Jetzt wären wir fertig gewesen“, erzählt Haselgrübler. Stattdessen steht er buchstäblich vor den Trümmern seines Betriebs. Denn das schmucke Wirtshaus ist nur noch eine Schutthalde.

„Als wir zum Einsatzort gekommen sind, war das ganze Gebäude in sich zusammengesackt. Es gab einige Rauchwolken, aber nur wenige kleine Restglutnester“, berichtet Feuerwehr-Einsatzleiter Reinhold Zimmerberger: „Die Außenmauern waren bis zum Fußboden weggesprengt. Das größte Trümmerstück war zirka einen Quadratmeter groß. Es war schon eine ziemliche Gewalt.“ Zehn Feuerwehren mit 150 Helfern waren angerückt.

Explosionsursache noch unklar
Die exakte Explosionsursache ist vorerst noch ungeklärt. Das Ehepaar Haselgrübler gab an, die Gas-Therme in der Küche erstmals eingeschaltet zu haben. Die Wirtin und dreifache Mutter sagte, sie habe vor dem Heimgehen den Regler auf Null gestellt.

„Das Gericht hat einen Sachverständigen für Flüssiggas bestellt. Der externe Tank ist unbeschädigt, aber die Therme selbst ist unter dem Schutthaufen begraben. Dieser muss erst abgetragen werden“, erklärt Oberstleutnant Walter Folger vom Landeskriminalamt. Der Sachschaden wird von den Ermittlern auf 500.000 Euro geschätzt.

Wirt will weiter Openair veranstalten

Karl „Hasi“ Haselgrübler machte heuer schon einmal Schlagzeilen: Der Pechvogel war am 20. August mit seinem motorisierten Paragleiter vor seinem Wohnhaus zehn Meter über dem Erdboden in einer 30.000-Volt-Starkstromleitung hängengeblieben. Feuerwehrkameraden retten ihn unter eigener Lebensgefahr. Bei Haselgrübler waren dreißig Prozent der Haut drittgradig verbrannt, er lag wochenlang im Spital.

Aber der wackere Mühlviertler, der vier Kilometer entfernt noch ein weiteres Gasthaus besitzt, gibt nicht auf: Am 17. Juni will ich im Gemeindezentrum ein Openair veranstalten.

 

 

Foto: Erich Petschenig

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