Meeresspiegel steigt

Westantarktis-Eis schmilzt schneller als gedacht

Wissenschaft
12.12.2013 08:26
Das Eis in der westlichen Antarktis schmilzt schneller als bisher gedacht. Wie die Europäische Weltraumagentur ESA am Mittwoch in Paris mitteilte, verliert diese Region jährlich 150 Kubikkilometer Eis. Der Anteil dieses Schmelzwassers am weltweiten Anstieg des Meeresspiegels ist demnach 15 Prozent größer, als er bisher geschätzt worden war.

Die ESA stützt sich bei ihren Berechnungen auf Beobachtungen, die der Satelliten "CryoSat" (kleines Bild) über einen Zeitraum von drei Jahren gemacht hat. Der Forscher Andrew Shepherd von der britischen Universität Leeds hob aber hervor, dass die registrierte zusätzliche Eisschmelze in der westlichen Antarktis auch durch verbesserte Messmethoden von "CryoSat" zu erklären sein könnte. Der Satellit erlaube es nämlich, Regionen zu beobachten, die vorher nicht überwacht werden konnten.

Meeresspiegel seit 1901 um 19 Zentimeter gestiegen
Der Meeresspiegel ist von 1901 bis 2010 um 19 Zentimeter angestiegen, das bedeutet einen Schnitt von 1,7 Millimetern pro Jahr. Der Anstieg war in den vergangenen 30 Jahren aber besonders ausgeprägt. Neben dem Schmelzwasser aus der Antarktis werden auch schmelzendes Eis von anderen Gletschern und eine Ausdehnung der Wassermassen infolge ihrer Erwärmung für den Anstieg des Meeresspiegels verantwortlich gemacht.

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