Mi, 15. August 2018

Im Norden der Insel

11.12.2013 09:03

Über 20 Tote bei Pestausbruch auf Madagaskar

Bei einer Pestepidemie im abgelegenen Norden der Tropeninsel Madagaskar sind in den vergangenen Tagen mehr als 20 Menschen gestorben. "Bisher haben wir wegen der Lungenpest im Bezirk Mandritsara 21 Opfer gezählt", sagte Herlyne Ramihantaniarivo, Mitarbeiterin des Gesundheitsministeriums, am Mittwoch.

Seit September seien insgesamt 36 Menschen in vier verschiedenen Bezirken an der Infektionskrankheit gestorben. "Das Problem in Mandritsara besteht darin, dass sich die Leute dort zunächst mit traditioneller Medizin beholfen haben", erklärte Ramihantaniarivo.

Wegen der späten Erkennung der Krankheit und der unangemessenen Behandlung habe sich die zunächst in der Region vorherrschende Beulenpest in die tückischere Lungenpest umgewandelt. Der Erreger, das Bakterium Yersinia pestis, kann bei einer Beulenpest über die Blutbahn in die Lunge geraten.

Immer wieder Pestausbrüche
Seit Jahren kommt es in dem bitterarmen Inselstaat immer wieder zu Pestausbrüchen. Die Pest wird von Rattenflöhen auf den Menschen übertragen. Gerade in der Regenzeit zwischen November und April flüchten unzählige Nager in die Dörfer und Städte Madagaskars.

Symptome der Lungenpest sind hohes Fieber, Kopfschmerzen, Atemnot, Husten und schwarz-blutiger Auswurf. Später entwickelt sich ein Lungenödem und es kommt zum Kreislaufversagen. Unbehandelt verläuft die Krankheit fast immer tödlich. Im Mittelalter waren in Europa 25 Millionen Menschen dem "Schwarzen Tod" zum Opfer gefallen.

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