System of a Down sind mit Abstand die eigenständigste und avantgardistischste Metal-Band der Gegenwart: wie die beiden Masterminds Serj Tankian (Vocals) und Daron Malakian (Gitarre, Vocals) Metal, operettenhafte Melodien, armenische Volksweisen und politische Gesinnung unter einen Hut bringen, macht den armenischen Kalifornieren so leicht keiner nach.
Auch sie selbst nicht, wie "Hypnotize" beweist. Natürlich war es schwer, nach "Mezmerize" ein gleich gutes Album auf den Markt zu bringen, aber "Hypnotize" hat noch immer wesentlich mehr Stärken als Schwächen. Ursprünglich waren "Mezmerize/Hypnotize" als Doppelalbum gedacht, "weil heutzutage die Aufmerksamkeitsspanne so kurz ist", wurde der Zwilling getrennt und im sechs Monatsabstand heraus gebracht. Und leider wird man irgendwie den Eindruck nicht los, dass auf "Hypnotize" die leidern-nein-Songs von "Mezmerize" drauf sind.
Dabei fängt ja alles hervorragend an: "Attack" und "Dreaming" geben Vollgas, wie man es von System of a Down gewöhnt ist - die Double-Bass ist vielleicht sogar noch einen Tick schneller, als auf "Mezmerize". Ab der Mitte des Albums wird es dann jedoch immer langsamer und gemütlicher (für SoaD-Verhältnisse). Auf den letzten Nummern kommt auch immer mehr die Balalaika zum Einsatz und die Texte werden hochpolitisch und drehen sich beispielsweise um Mütter, die ihre Kinder in den Krieg schicken (müssen). Alles in allem hat man aber den Eindruck, dass SoaD immer mehr die Luft ausgeht. Im Gegensatz zu etlichen anderen Bands reicht das aber noch immer für ein hervorragendes Album!
Fazit: 8 von 10 Balalaikas
Von Christian Schleifer









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