Bindermichl

Von der Lärmhölle mitten in ein ¿grünes Paradies¿

„Jetzt hören wir die Kirchenglocken und Vogelgezwitscher. Es ist ein völlig neues Wohngefühl“, freut sich Friederika Reifmüller aus Linz. Sie wohnt seit 1978 in einem Wohnblock an der Stadlerstraße direkt am Linzer Bindermichl. 25 Jahre lang donnerten bis zu 90.000 Fahrzeuge täglich wenige Meter neben ihren Zimmern vorbei. Jetzt die Erlösung: Aus der Lärmhölle wurde ein „Paradies“.

Mit Ehemann Willibald lebt die Pensionistin in einem Wohnblock an der Stadlerstraße Nummer 4 am Linzer Bindermichl. Ein Vierteljahrhundert lang zitterte das Geschirr und bebten die Möbel unter der immer größer werdenden und schier unerträglichen Verkehrslawine. „Bei offener Tür haben wir nicht gehört, wenn das Telefon geläutet hat, so schlimm war der Lärm der Fahrzeuge“, erinnert sich die Anrainerin.

Die jetzt mit ihrem Mann am Balkon eine autolose Aussicht genießt: „Es schaut einfach wunderbar aus. Und wenn dann noch alles bepflanzt ist, einfach super“, freut sich die Frau über das neue Glück im Grünen: „Auch unsere Nachbarn sind glücklich, und wir werden natürlich alle am Tag der offenen Tür die Baustelle besuchen.“

Nicht alle sind glücklich
Auch die Bauarbeiten empfand sie nicht so schlimm: „Wir werden jetzt mit einem grünen Paradies belohnt.“ Doch nicht alle A 7-Nachbarn teilen diese Freude: Denn Bewohner des Steinackerweges fühlen sich weiterhin in der Lärmhölle gefangen. Der Grund: Zwischen Südportal und Ausfahrt Salzburger Straße endet knapp vor der Siedlung die riesige, vier Meter hohe Lärmschutzwand. „Ein Schildbürgerstreich“, schimpfen die Betroffenen.

Geteilte Freude auch beim Tankstellenpächter Helmut Fink: „Früher gab´s hier hohe Autobahnpreise, jetzt eben Diskonttarife. Da kommen natürlich die Anrainer, auch der Shop läuft gut. Allerdings wird unsere Zufahrt jetzt durch eine Lärmschutzwand dichtgemacht, und wir brauchen deshalb eine neue Einfahrt für die Waschanlage.“

 

 

Foto: Chris Koller

Freitag, 18. Juni 2021
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