Kredit-Absprachen?

Ungarn: Millionenstrafe für österreichische Banken

Wirtschaft
20.11.2013 16:56
Ungarn geht erneut auf Konfrontation zu den dort tätigen Banken. Weil sie - so der Vorwurf - bei dem vor zwei Jahren vom Staat verordneten Umtausch von Fremdwährungskrediten zu fiktiven Wechselkursen ihre Vorgangsweise abgesprochen hätten, sollen elf Banken - darunter auch Erste Bank, Raiffeisenbank und Bank Austria - nun insgesamt knapp 33 Millionen Euro Strafe bezahlen.

Die ungarische Großbank OTP habe von der Wettbewerbsbehörde mit 3,9 Milliarden Forint (13,13 Millionen Euro) die höchste Strafe ausgefasst, berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Mittwoch. Die Erste Bank Hungary soll umgerechnet 5,95 Millionen Euro bezahlen, Raiffeisen gut zwei Millionen Euro und UniCredit Bank Austria rund eine Million Euro. Betroffen sind aber auch die BayernLB/MKB, Intesa Sanpaolo, Budapest Bank, CIB Bank und Citibank Europe.

Den Finanzinstituten wird vorgeworfen, die Zinsen für Hypothekarkredite fast gleichzeitig erhöht zu haben. Wenige Tage vor Inkrafttreten der neuen Regelung, die den Bankkunden eine Tilgung ihrer Fremdwährungskredite zu besonders günstigen Bedingungen ermöglichte - also kurz vor dem 22. September 2011 - hätten sieben Banken die Zinsen für diese Kredite um 0,5 bis 2 Prozentpunkte angehoben.

Banken wehren sich gegen die Vorwürfe
OTP hat bereits angekündigt, die Entscheidung der Behörde vor Gericht anzufechten. Raiffeisen wurde nach eigenen Angaben von der ungarischen Behörde noch nicht offiziell informiert und wollte noch keine inhaltliche Stellungnahme abgeben.

Die Bank Austria indes hat bestätigt, über die Entscheidung der Behörde informiert worden zu sein. "Wir analysieren jetzt die Kartellrechtsentscheidung, sind aber überzeugt, keine Kartellrechtsverletzung begangen zu haben", sagte ein Sprecher. Man werde die Strafe fristgerecht bezahlen - also innerhalb von 30 Tagen - unabhängig von der Entscheidung über ein Rechtsmittel, da eine Anfechtung keine aufschiebende Wirkung habe.

Auch die Erste prüft noch die 100 Seiten starke Begründung der Kartellstrafe und will erst dann über mögliche rechtliche Schritte entscheiden. Es habe jedoch in der Frage der Tilgung von Fremdwährungskrediten keinerlei Abstimmung mit anderen Banken gegeben und es seien auch keine Geschäftsgeheimnisse geteilt worden, wird in einer schriftlichen Stellungnahme betont.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.



Kostenlose Spiele