Ein Team um Douglas A. Wiens von der Washington University in St. Louis (Missouri) zufällig entdeckte Vulkan liegt rund 50 Kilometer nördlich des erloschenen Vulkans Mount Sidley (kleines Bild). Auf die Spur kamen ihm die Seismologen, als sie zwischen Jänner 2010 und Dezember 2011 mit ihren Messgeräten zwei Serien Hunderter schwacher, niederfrequente Erdstöße registrierten. Diese sogenannten Schwarmbeben kämen typischerweise nur bei Vulkanen vor, so die Forscher.
Weil der Ursprung der Erschütterungen zudem in einer Tiefe von bis zu 40 Kilometern lag - und damit nahe der Grenze zwischen Erdmantel und -kruste - spreche alles gegen eine tektonische Ursache und viel mehr für einen Vulkan schreibt die Geologin Amanda Lough von der Washington University im Fachjournal "Nature Geoscience".
Auf Radarbildern kleinen Berg unter dem Eis entdeckt
Zudem entdeckten Forscher der University of Texas mithilfe von Radaraufnahmen unter der Eisschicht einen rund einen Kilometer hohen kleinen Berg, der wahrscheinlich vulkanischen Ursprungs ist. Die Bilder würden außerdem ein Schicht vulkanischer Asche im ewigen Eis zeigen, die genau dort liege, wo sie die Erschütterungen gemessen habe, sagt Lough. Sie ist sicher, dass der Vulkan ausbrechen wird. "Ich denke, er ist schon einmal ausgebrochen, bevor wir die Erschütterungen gemessen haben. Die Ascheschicht im Eis ist genau dort, wo wir die Beben gemessen haben - und nur dort", so Lough.
Sollte der noch namenlose Vulkan unter dem Gletscher ausbrechen, dann könnten die Folgen beträchtlich sein: Bei einer Eruption würde das Magma gewaltige Eismengen schmelzen und so bis zu 35 Millionen Kubikmeter Schmelzwasser entstehen. Dieses könnte an der Gletschersohle quasi wie ein Schmiermittel wirken und dazu führen, dass die Eismassen schneller ins Meer rutschen und die Eisschilde der Westantarktis noch zügiger schrumpfen, als sie es als Folge der Erderwärmung ohnehin tun, befürchten die Forscher.











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