15.000 Anzeigen

Wiener Taxilenker bekämpft Limousinenfahrer

Österreich
19.11.2013 17:00
Es ist ein Kampf auf den Straßen der noblen Wiener Innenstadt: Zahlreiche Limousinenfahrer werden von einem Taxilenker mit Anzeigen eingedeckt, sobald sie vor den Hotels auf ihre Fahrgäste warten. Bei den Dienstleistern geht es dadurch mittlerweile um das wirtschaftliche Überleben. Die Kosten für den Streit bezahlt der Steuerzahler. Ein Fall für die "Krone"-Ombudsfrau.

Vor etwas mehr als einem Jahr hat die Tyrannei gegen die Limousinenfahrer begonnen. Sobald die vor einem der noblen Hotels auf ihre Fahrgäste - von denen sie ja bestellt wurden - warten, werden sie von dem Taxilenker wegen Falschparkens angezeigt.

Dieser hat es sich offenbar zur Lebensaufgabe gemacht, die "Konkurrenz" zu zerstören. Grund dafür ist das Halte- und Parkverbot, das vor fast jedem Hotel besteht. Einer der betroffenen Fahrer erklärt: "Ich bin vor dem Hotel Imperial gestanden und habe das Gepäck verladen und auf die Fahrgäste gewartet. Dafür wurde ich mit 100 Euro bestraft. Was soll ich tun? Ohne Gäste zum Flughafen fahren? Das würde mich den Job kosten!" 

Kostet Privatkrieg die Steuerzahler Hunderttausende Euro?
Er und seine Kollegen haben für dieses Verhalten mittlerweile rund 15.000 Anzeigen kassiert! Die meisten davon wurden zwar zurückgelegt, aber eben nicht alle. Und auch die Kosten für den Steuerzahler sind enorm. Denn die Behörde muss die Anzeigen des Taxilenkers bearbeiten. 

"Angeblich wurden bei der zuständigen Magistratsabteilung extra zwei neue Mitarbeiter eingestellt, damit die Anzeigenflut dieser Privatperson überhaupt zu bewältigen ist. Wie lange soll dieser Zirkus weitergehen?", sind die Limousinenfahrer mittlerweile verzweifelt.

Ihre Ombudsfrau hat die zuständige Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou um Aufklärung gebeten - bisher aber nur Schweigen geerntet. Hier MUSS eine Lösung gefunden werden. Es kann doch nicht sein, dass eine Privatperson das Recht aus offenbar persönlichen Motiven missbraucht und Menschen systematisch verfolgt werden. Bitte aufwachen im Rathaus!

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