Taifun "Haiyan"
Präsident Aquino übernahm Kommando bei Hilfe
Aquino hatte von Sonntag auf Montag in der von Taifun "Haiyan" stark verwüsteten Stadt Tacloban übernachtet, wo er am Montag die Hilfsaktivitäten inspizierte. Die Entscheidung des Präsidenten sei spontan gefallen, hieß es. Bei Gesprächen mit Journalisten konnte der Präsident dann seinen Frust kaum verbergen. "Da ist etwas auf Behördenseite sehr schief gelaufen", ärgerte er sich über das fehlende "Rückgrat" auf Seiten der Lokalbehörden. Diese seien immer die Ersthelfer, die nationale Regierung könne das nur ergänzen, so Aquino.
Präsident mit Bürgermeister auf Kriegsfuß?
Brisant ist, dass der Präsident und der Bürgermeister von Tacloban, Alfred Romualdez, rivalisierenden politischen Clans angehören. Romualdez ist ein Neffe der Witwe von Diktator Ferdinand Marcos, Imelda. Aquino ist Sohn des Marcos-Widersachers Benigno Aquino, der bei der Rückkehr 1983 aus dem Exil von Marcos-Schergen am Flughafen erschossen wurde. Romualdez wehrte sich gegen die Vorwürfe: "Das Problem ist wohl die Koordination zwischen der nationalen Regierung hier vor Ort und in Manila", sagte er der BBC.
"Wir verdoppeln unsere Kapazitäten, um diesen Einsatz so lange wie nötig aufrecht zu erhalten", sagte unterdessen der Chef der Katastrophenbehörde, Eduardo Del Rosario. "Geduld, wir bitten alle Menschen um Hilfe, damit niemand hungern muss." Die Wasserversorgung in Tacloban sei bereits wieder hergestellt.
Zwei weitere Rot-Kreuz-Helfer aus Österreich
Indes entsandte das Österreichische Rote Kreuz zwei weitere Helfer in die Katastrophenregion auf den Philippinen. Die Niederösterreicherin Lidwina Dox und der Oberösterreicher Stefan Loizmayr sollen vor allem bei der Prävention von Seuchen mithelfen, berichtete die Organisation am Montag in einer Aussendung. Gemeinsam mit schwedischen und deutschen Rot-Kreuz-Kollegen werden die Österreicher sanitäre Grundversorgung für bis zu 40.000 Menschen errichten.
Die Zahl der Todesopfer durch den Taifun lag am Montag bei 3.976, fast 1.600 Menschen gelten nach wie vor als vermisst. "Haiyan" war der gewaltigste Taifun, der je Land erreichte. Er war am 8. November quer über den Inselstaat gefegt und hatte meterhohe Sturmfluten ausgelöst, die an einem Hunderte Meter breiten Küstenstreifen alles fortrissen. Hunderttausende Menschen wurden obdachlos.
















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