Fossilfund in China

Tod ereilte Urzeit-Zikaden bei der Paarung

Wissenschaft
10.11.2013 08:00
Einen höchst ungewöhnlichen und seltenen Fund haben Forscher in China gemacht. Sie fanden ein 165 Millionen Jahre altes Fossil eines sich paarenden Schaumzikaden-Paares. Die noch im Tod vereinten Insekten sind laut Angaben der Wissenschaftler der bis dato ältesten Beleg für kopulierende Insekten überhaupt.

Gefunden haben Paläontologen um Shi Li von der Capital University in Peking die Versteinerungen in der Jiulongshan-Formation im Nordosten Chinas. In den Versteinerungen sind die Genitalorgane der beiden Tiere, die denen heute lebender Schaumzikaden ähnlich sind, gut erkennbar. Die Insekten wenden einander den Bauch zu, das Kopulationsorgan des Männchens steckt noch im Genitaltrakt des Weibchens.

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Laut Angaben der Forscher müssen die Zikaden während der Paarung gestorben und anschließend sofort in Schlamm versunken sein, wo sie konserviert wurden und über Jahrmillionen versteinerten. Anders als die heutigen Schaumzikaden-Arten, die bei der Paarung eng Seite an Seite hocken, kopulierten die Urzeit-Zikaden eher Bauch an Bauch oder seien leicht versetzt gesessen, berichten die Wissenschaftler im Fachjournal "PLOS One". Im Grunde habe sich die Paarung demnach in den letzten 165 Millionen Jahre kaum verändert, so die Forscher.

Fossilien von kopulierenden Insekten sind äußerst selten. Bis dato sind erst 33 Funde dokumentiert worden, in 27 Fällen davon wurden die Tiere beim Geschlechtsakt in urzeitlichem Baumwachs eingeschlossen und konserviert. Das bisher älteste Fund eines quasi in flagranti erhaltenen Paares datiert aus der Kreidezeit, die vor rund 145 Millionen Jahren begann und vor etwa 66 Millionen Jahren endete.

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