P/2013 P5 war im August mithilfe des Pan-STARRS-Teleskops PS1 (kleines Bild 2) auf dem Mauna Kea auf Hawaii entdeckt worden, damals schmückte sich der Asteroid aber erst mit einen Schweif. Als die Forscher im September das Weltraumteleskop "Hubble" (Bild 2) auf ihn richteten, um ihn näher zu untersuchen, entdeckten sie zu ihrer Überraschung, dass er gleich sechs Schweife (kleines Bild) besitzt, die ihn wie Speichen eines Wagenrades umgeben.
Weil P/2013 P5 sich am inneren Rand des Asteroidengürtels bewegt – also für einen Asteroiden in großer Sonnennähe – könne der Schweif nicht von verdampfendem Eis stammen, und "alleine die Anzahl spricht dagegen, dass die Schweife auf Kollisionen oder Einschläge zurückzuführen sind", sagt Jessica Agarwal vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung im deutschen Katlenburg-Lindau, die zum Wissenschaftler-Team gehört, das P/2013 P5 untersucht. Sechs Einschläge innerhalb so kurzer Zeit seien doch eher unwahrscheinlich, so die Forscherin.
Asteroid verliert durch Rotation Masse
Die Wissenschaftler vermuten vielmehr, dass P/2013 P5 so schnell rotiert, dass er Masse verliert. Angetrieben werde er dabei vom Druck des Sonnenlichts. Weil dieses unter verschiedenen Winkeln auf die zerklüftete Oberfläche des Asteroiden trifft, kann sich unterm Strich ein Gesamtdrehmoment ergeben, das seine Rotation mehr und mehr beschleunigt. Irgendwann wird dadurch die Fliehkraft am Äquator stärker als die schwache Schwerkraft des mit einem Durchmesser von 240 Metern recht kleinen Körpers. Die Folge: Material wird von der Oberfläche fortgeschleudert.
Entscheidende Hinweise lieferte schließlich der Vergleich von "Hubble"-Aufnahmen, die zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten (am 10. und 23. September, siehe Bild) gemacht wurden. "Zwischen den Beobachtungen lagen 13 Tage. In dieser Zeit hatte sich unser Forschungsobjekt stark verändert", sagt Agarwal. Während ein Schweif (F) fast unverändert geblieben war, hatte ein zweiter (E) deutlich an Länge und Leuchtkraft zugenommen, während die restliche vier (A bis D) verblasst waren.
Entstehung mittels Computer simuliert
Mittels Computersimulationen gelang es den Forschern, genau diese Veränderung zu rekonstruieren. "Unsere Rechnung und die tatsächlichen Beobachtungen stimmen sehr gut überein", bilanziert Agarwal, die die Berechnungen durchführte. Demnach entstand offenbar jeder der sechs Schweife zu einem anderen Zeitpunkt, der jüngste nur wenige Tage vor den "Hubble"-Aufnahmen. Er konnte in den folgenden Tagen deshalb an Helligkeit zulegen, während alle anderen – je nach Größe ihrer Staubteilchen – nach und nach verschwanden.











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