Mit über 300 km/h
Super-Taifun auf den Philippinen: Tote und Chaos
Laut der philippinischen Regierung starben zwei Menschen durch Stromschläge wegen herabgerissener Kabel, ein drittes Opfer wurde vom Blitz getroffen. "Was die Schäden betrifft - die können wir nicht verhindern, aber der Hoffnungsschimmer hier ist, dass es bisher nur drei Todesopfer gibt", sagte der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde, Reynaldo Balido, in der Hauptstadt Manila. Anlass zur Hoffnung gab auch, dass "Haiyan" nicht so starke Regenfälle mit sich brachte wie bei einem Taifun üblich.
Sturmböen mit 315 km/h
Mit anhaltenden Windstärken von 315 Stundenkilometern sei "Haiyan" allerdings einer der vier weltweit schwersten Stürme seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, erklärte Jeff Masters vom US-Wetterdienst Weather Underground. Er sei überdies der schlimmste Sturm in den Aufzeichnungen, der jemals auf Land getroffen sei. Diesen Rekord hatte laut Masters bisher der Hurrikan "Camille" gehalten, der 1969 mit Windgeschwindigkeiten von rund 305 Stundenkilometern über den US-Bundesstaat Mississippi hereingebrochen war.
"Haiyan" fegte zunächst über die Küsten von Samar, rund 600 Kilometer südöstlich von Manila. "Es war furchterregend", schilderte Liwayway Sabuco, eine Verkäuferin in der Stadt Catbalogan, das Unwetter. "Es war so laut, als wenn eine Frau schreien würde. Ich konnte sehen, wie Bäume umgerissen wurden." In der 200.000-Einwohner-Stadt Tacloban verwandelten Sturmfluten die Straßen in reißende Bäche.
"Katastrophale Zerstörungen" befürchtet
Meteorologen rechneten auf Samar mit "katastrophalen Zerstörungen" in der Einzugsschneise des Taifuns. Im Vorfeld waren landesweit mehr als 125.000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Mehr als 720.000 Menschen fanden Zuflucht in Notunterkünften. Schulen blieben geschlossen, der Fährverkehr kam zum Erliegen, Flüge wurden gestrichen. Besonders gefährdet waren die Einwohner der Insel Bohol, wo seit einem Erdbeben im Oktober mit mehr als 220 Todesopfern noch immer 350.000 Menschen in Zeltstädten leben. Am Wochenende sollte "Haiyan" zudem Laos und Vietnam erreichen.
Die Philippinen werden von durchschnittlich 20 schweren Stürmen im Jahr heimgesucht. Das Entwicklungsland ist besonders betroffen, weil seine Inseln oftmals die ersten größeren Landmassen auf dem Weg der Stürme über den Pazifik sind.











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