Pensionen im Visier
Tausende Portugiesen laufen gegen Sparpläne Sturm
Anlass der Kundgebung war die erste Lesung des Budgets in der Volksvertretung, die bis zum 26. November endgültig über die Vorlage der Regierung zum Sparhaushalt für das Jahr 2014 abstimmen will. Ministerpräsident Pedro Passos Coelho verfügt im Parlament über eine klare Mehrheit, sodass die Annahme des umstrittenen Budgets gesichert scheint. Passos Coelho sprach vor der Parlamentsabstimmung von einem "schwierigen Budget", das den Bürgern "Opfer" abverlange.
Pensionskürzungen und Anhebung des Antrittsalters
Von den jüngsten Sparmaßnahmen sind in erster Linie Beamte betroffen. Um im kommenden Jahr das Haushaltsdefizit von 5,5 Prozent auf vier Prozent zu drücken, sollen zum Beispiel die Pensionen für Staatsbedienstete, die mehr als 600 Euro im Monat betragen, um etwa zehn Prozent gekürzt werden. Auch bei den Witwenpensionen soll gespart und das Pensionsalter von 65 auf 66 Jahre heraufgesetzt werden.
Die Regierung war durch den Rücktritt von Finanzminister Vitor Gaspar Anfang Juli in die Krise gestürzt. Gaspar war maßgeblich an der Ausarbeitung des umstrittenen Sparprogramms beteiligt, zu dem sich das Euro-Krisenland im Gegenzug für Milliardenkredite der Euro-Partner verpflichtet hatte. Die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds hatte Portugal im Jahr 2011 mit der Bereitstellung von Notkrediten in Höhe von insgesamt 78 Milliarden Euro vor der Staatspleite gerettet.















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