Viele Tiere markieren ihr Territorium mit Urin an strategischen Punkten. Damit dürfte allerdings nicht nur kommuniziert und die soziale Rangordnung aufgezeigt werden, laut der Studie dienen die Markierungen wohl auch dem Werben um Weibchen und dem Abschrecken möglicher Mitbewerber.
Bessere Markierer haben mehr Nachkommen
Bei einem Versuch mit 100 Hausmäusen konnten Wissenschaftler des Konrad-Lorenz-Instituts für vergleichende Verhaltensforschung an der Vetmeduni Wien durch Vaterschaftsanalysen zeigen, dass Weibchen sich zur Fortpflanzung bei freier Wahl für die starken Markierer entscheiden.
"Wir zeigen hier erstmals, dass die sexuelle Selektion das Markierverhalten aufrechterhält", erklärte Verhaltensforscher Dustin Penn in einer Aussendung. Mögliche Erklärungen dafür: Das Markieren im großen Stil kostet Energie, und durch den Duft werden ungewollt auch Fressfeinde angelockt - beides können sich nur starke Männchen leisten. Ähnlich den Federn eines Pfaus dürfte der Duft für die Weibchen ein Indiz sein, ob ein Männchen stark und gesund ist, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal "Animal Behaviour".
Schwächere Männchen sind nur "gute Freunde"
Schon bisher war bekannt, dass dominante Männchen mehr markieren als untergeordnete Tiere. In einem Versuch haben die Forscher Eindringlinge simuliert. Die Folge: Wenn sie dem Geruch anderer Mausmännchen ausgesetzt sind, markieren die Mäuseriche stärker und versuchen damit, die Eindringlinge abzuschrecken. Während die starken Männchen von den Weibchen zur Fortpflanzung bevorzugt werden, gehen auch die sexuell weniger erfolgreichen Nager nicht völlig leer aus: mit ihnen verbringen sie vorzugsweise Zeit als "gute Freunde".
Mit weiteren Untersuchungen der Zusammensetzung des Urins wollen die Forscher nun herausfinden, wie Mäuse im Markierverhalten Informationen über ihre Gesundheit und körperliche Kondition weitergeben.













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