"Krone": Herr W., wie geht es Ihnen nach der für Sie positiven Justiz-Entscheidung?
Günther W.: Meine Erleichterung kann ich gar nicht in Worte fassen - das wochenlange Zittern, ob ich vor Gericht und eventuell sogar ins Gefängnis muss, war für meine Frau und mich kaum auszuhalten.
"Krone": Und wie steht es um Ihre seelische Gesundheit?
Günther W.: Ich arbeite noch immer daran, dass ich das irgendwie in den Griff bekomme. Herr Christian Gerzabek von der Taxi-Innung und die Wiener Wirtschaftskammer unterstützen mich dabei sehr. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle auch von Herzen bedanken. Aber das Erlebte wird natürlich bis an mein Lebensende präsent sein.
"Krone": Wie ich weiß, sitzen Sie bereits wieder im Taxi.
Günther W.: Mir bleibt bis zu meiner Pension ja auch nichts anderes übrig. Meine Frau und ich brauchen das Geld. Nach dem fürchterlichen Vorfall bin ich vorerst nur am Tag gefahren, aber das reichte finanziell nicht. Also fahre ich mittlerweile wieder nachts.
"Krone": Und das ohne Angst?
Günther W.: Die ist immer da. Und die wird, solange ich diesen Job ausübe, auch wahrscheinlich nie wieder verschwinden. Ich nehme nicht mehr jeden mit. Wenn mir ein Fahrgast auch nur irgendwie komisch vorkommt, werfe ich ihn sofort raus. Was wahrscheinlich in den meisten Fällen völlig unbegründet ist. Und geschäftsfördernd ist das natürlich auch nicht.
"Krone": Wie geht es Ihrer Frau? Sie erzählten uns damals, dass sie panische Angst vor Blutrache hat.
Günther W.: Auch das hat sich leider kein bisschen geändert. Die ganze Sache hat sie im Endeffekt psychisch noch mehr mitgenommen als mich.












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