Terror in Russland

Islamistin zündet in Bus Granate: Mehrere Tote

Ausland
21.10.2013 17:48
Bei einem Selbstmordattentat in der russischen Stadt Wolgograd hat eine Islamistin in einem Bus eine Granate gezündet und mehrere Menschen in den Tod gerissen. Ermittler sprachen am Montag von einem Terroranschlag, bei dem sechs Menschen starben und über 30 weitere Personen teils schwer verletzt wurden.

Der Sprengsatz explodierte gegen 14 Uhr Ortszeit in Wolgograd, rund 900 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Moskau. In dem Bus seien etwa 40 Passagiere gesessen, wie der Inlandsgeheimdienst FSB mitteilte.

Attentäterin erst kürzlich zum Islam konvertiert
Bei der Attentäterin habe es sich um die Ehefrau des Rebellenführers Dmitri Sokolow gehandelt, teilten die Ermittlungsbehörden mit. Die 30-jährige Najda Assialowa sei "kürzlich zum Islam konvertiert". Sie habe zuvor in Moskau studiert, wo sie Sokolow kennengelernt habe, und sei später zusammen mit ihm in die Hauptstadt Dagestans, Machatschkala, gezogen.

Die Ermittler leiteten eine Untersuchung wegen eines Terroranschlags ein. Nach Sokolow werde ohnehin wegen der Mitgliedschaft in einer bewaffneten Gruppierung in Machatschkala gefahndet. Laut einem Bericht des Fernsehsenders Rossija24 untersuchten die Ermittler zunächst auch, ob die Explosion möglicherweise durch ein Leck in einem Gastank ausgelöst worden war, was jedoch nicht der Fall war.

Terrorwelle im Vorfeld der Olympischen Winterspiele
Erst kürzlich hatte der Terroristenchef des russischen Konfliktgebiets Nordkaukasus, Doku Umarow, mit neuen Anschlägen gedroht. Ziel sei es nach seinen Worten, die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi zu verhindern.

Russische Islamisten nutzen Anschläge seit Jahren, um ein von Moskau unabhängiges Kaukasusemirat durchzusetzen. Dabei hatten sich in der Vergangenheit auch immer wieder sogenannte Schwarze Witwen in die Luft gesprengt.

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