Engpässe befürchtet

Wirbel um neue Ärzte-Dienstzeiten an MedUni Wien

Österreich
17.10.2013 18:29
"Dieses wunderbare Spital geht vor die Hunde." Große Aufregung herrscht derzeit bei Ärzten der Wiener Universitätskliniken (MedUni Wien). Grund für den Wirbel ist eine neue Betriebsvereinbarung über die Dienstzeiten der Mediziner. Engpässe in der Patientenversorgung, längere Wartezeiten und geringere Behandlungskapazitäten seien laut maßgeblichen Klinikchefs die Folge. Rektor Wolfgang Schütz (Bild) hingegen sieht lediglich "vorübergehende Defizite".

"Wir haben eine neue Betriebsvereinbarung auf der Basis des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes", begründet Schütz die Änderung der Ärzte-Dienstzeiten. Damit wird die durchgängig mögliche Arbeitszeit eines Arztes am Patienten von ehemals 32 Stunden auf höchstens 25 Stunden reduziert. Dies betrifft die Nachtdienste. Die Ärzte sollen dadurch zu längeren Ruhezeiten kommen.

Doch die von allen Betroffenen auch zugegebene Kehrseite ist der dadurch verstärkt eintretende ärztliche Personalmangel an den Wiener Universitätskliniken - vor allem zu den "Stoßzeiten" am Vormittag. Der Grund: Mit der Betriebsvereinbarung, die seit 1. September 2013 gilt, geht jeder Arzt nach einem Nachtdienst und Dienstübergabe aus dem "patientenbezogenen Dienst". Genau diese Mediziner fehlen dann am Tag nach dem Nacht-/Bereitschaftsdienst für die Patientenversorgung.

"Es fehlen 15 bis 20 Prozent an Kapazitäten bei den Ärzten"
Unter den Spitzenmedizinern der Wiener Uni-Kliniken herrscht daher Beunruhigung und tiefe Besorgnis. "Es fehlen 15 bis 20 Prozent an Kapazitäten bei den Ärzten", so ein Klinikchef. "Mir tut es leid, dass dieses wunderbare Spital vor die Hunde geht. Dieses Spital wird heruntergewirtschaftet", zeigte sich auch Peter Husslein, Vorstand der Universitäts-Frauenklinik der MedUni Wien im AKH, besorgt.

Schütz versuchte indes, zu beruhigen: "Ich sehe keine Gefahr. Das höhere Gut sind ausgeruhte Ärzte", so der Rektor. Man arbeite daran, "das jetzige Defizit wieder auszugleichen". Dies sei bis 1. März kommenden Jahres geplant.

Der Kernpunkt seien Management-Maßnahmen ohne Erhöhung der Geldmittel für Ärzte durch das Wissenschaftsministerium: "Wir haben rund 1.500 Ärzte. Es gibt derzeit 173 Nachtdienste. Es wird geprüft, ob man zehn bis 15 Prozent derselben einsparen könnte. Diese Ärzte wären dann am nächsten Tag da." Zusätzlich wolle man den Ärztestand insgesamt erhöhen.

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