Die Ermittlungen im Fall des brutalen Angriffs auf den Iraker von Samstag im Tiroler Zirl (Bezirk Innsbruck-Land) laufen auf Hochtouren. Nun wurde die Geldtasche des Opfers gefunden. Der Fall liegt inzwischen beim Landeskriminalamt, man ist den Tätern offenbar auf der Spur.
Laut Philipp Rapold, dem stellvertretenden Leiter des Landeskriminalamtes Tirol, wird das Opfer heute, Mittwoch, einvernommen. Man trage außerdem die bisherigen Ermittlungsergebnisse zusammen. Wie die „Krone“ erfuhr, sollen sich darunter auch vielversprechende Erkenntnisse befinden, die möglicherweise bald zu den Tätern führen könnten. Im Unterland konnte nun die Geldtasche des Opfers – samt Ausweisen, ohne Geld – gefunden werden.
Zusammenhang mit Asylskandal?
Unbekannte Täter hatten den 30-jährigen Iraker – wie berichtet – am späten Samstagabend nahe einem Parkplatz in Zirl brutalst attackiert. Er dürfte skrupellos in eine Falle gelockt worden sein. Brisant: Das Opfer hatte praktisch zeitgleich mit dem Überfall Missstände in der Innsbrucker Notschlafstelle der Tiroler Soziale Dienst (TSD) aufgedeckt. Die Rede ist etwa von Sozialdumping, illegalen Bewohnern, Sicherheitsproblemen und Drogenhandel.
Ob es einen Zusammenhang zwischen der Brutalo-Attacke und dem Aufdecken des Asylskandals gibt, muss die Polizei klären.
Man mag sich nicht ausmalen, was in den Flüchtlingsunterkünften alles schiefläuft, wenn die TSD nicht einmal in der Lage ist, eine Notschlafstelle zu führen.

Andrea Haselwanter-Schneider, Liste Fritz
Bild: Christof Birbaumer
TSD großes Thema im März-Landtag
Die oppositionelle Liste Fritz jedenfalls macht wegen dieser Missstände die Tiroler Soziale Dienste GmbH zum Thema im März-Landtag. „Das Management ist vollkommen überfordert. Man mag sich nicht ausmalen, was in den Flüchtlingsunterkünften alles schiefläuft, wenn die TSD nicht einmal in der Lage ist, eine Notschlafstelle zu führen“, kritisiert Parteichefin Andrea Haselwanter-Schneider.

Es brauche mehr Kontrolle, die TSD solle wieder in die Landesverwaltung integriert werden. „Wir erwarten uns auch Aufklärung durch den zuständigen SPÖ-Landesrat Wohlgemuth.“
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