31.07.2013 22:32 |

1:1 in CL-Quali

Später Elfer kostet "Bullen" Sieg gegen Fenerbahce

Red Bull Salzburg ist auf dem Weg zur erstmaligen Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League im Hinspiel der dritten Quali-Runde gegen Fenerbahce Istanbul wegen eines Last-Minute-Elfers nicht über ein 1:1 hinausgekommen. Das Tor für die über weite Strecken dominierende Mannschaft von Trainer Roger Schmidt erzielte vor ausverkauftem Haus in der 68. Minute Alan. Bis kurz vor Schluss schien dieser Treffer der einzige zu bleiben, ehe Cristian nach einem Handspiel von Andi Ulmer im Strafraum in der 94. Minute noch der Elfer-Ausgleich für die Türken gelang.

Die laufstarken Salzburger machten von Beginn an das Spiel und hätten bereits in Minute drei in Führung gehen können: Nach einer scharfen Flanke von Marco Meilinger kam aber Jonatan Soriano nicht optimal mit dem Kopf zum Ball, den Fenerbahce-Schlussmann Volkan Demirel auf der Linie fing (3.). Auch danach gingen die aus einer sicheren Abwehr agierenden Gastgeber engagiert zu Werke, fanden die nächste Großchance allerdings erst in Minute 28 vor: Nach einem kurz ausgeführten Eckball mit anschließendem Kampl-Zuspiel schlug ein abgefälschter Meilinger-Schuss knapp neben der Stange ein.

"Fener"-Kicker mitunter schmutzig agierend
Den Kickern des türkischen Vizemeisters war dagegen die fehlende Matchpraxis - die Meisterschaft startet erst am 18. August - deutlich anzumerken. Sie fielen dafür durch eine mitunter schmutzige Gangart auf. Höhepunkt war die Härteeinlage von Innenverteidiger Bruno Alves, der nach einem Zweikampf mit Alan im Strafraum auf den Angreifer trat (36.). Dieses klare Rot- und Elfer-Foul blieb aber ohne Folgen für den portugiesischen Teamspieler.

Die Elf von Roger Schmidt ließ sich dadurch aber nicht beirren und erwischte auch in Hälfte zwei einen tollen Start. Denn nicht einmal 30 Sekunden nach Wiederbeginn rettete Demirel nach einem von Soriano abgefälschten Mane-Schuss und lenkte den Ball gerade noch mit den Fingerspitzen an der Stange vorbei (46.). Wenig später verhinderte Dirk Kuyt ein Eigentor (49.). Der Niederländer war es dann auch, der in Minute 54 den ersten Torschuss des Gegners auf das Salzburg-Gehäuse verbuchte.

Alan zunächst noch ungenau, dann aber eiskalt
In Minute 64 ließ Alan noch eine Topchance aus, als er ein perfektes Strafraum-Zuspiel von Sadio Mane neben das Tor setzte. Wenig später machte er es aber nach toller Vorarbeit von Kevin Kampl besser, nahm sich den Ball mit der Brust mit, überhob den Tormann und netzte zur hochverdienten 1:0-Führung ein. Nach dem Führungstor von Alan hatte Soriano im Konter eine Topchance auf das 2:0, setzte den Ball aber knapp am langen Eck vorbei (77.). Auf der Gegenseite sorgte nur der erst in der zweiten Hälfte eingewechselte Topstar Moussa Sow für Gefahr. Der strenggläubige Moslem, der sich genau an die Vorgaben im Ramadan hält und deshalb am Matchtag bis Sonnenuntergang nichts aß und trank, prüfte als einziger "Fener"-Akteur Keeper Peter Gulacsi. Der 23-jährige Ungar lenkte einen seiner Schüsse in Minute 81 an die Querlatte

Elfertor bringt Salzburg um gute Ausgangsposition
Die 1:0-Führung hielt aber nicht bis zum Schluss, denn nach einem Handspiel von Ulmer im Strafraum folgte sofort der Elferpfiff des portugiesischen Schiedsrichters Duarte Gomes (94.). Diese einmalige Chance ließ sich Cristian nicht entgehen und bescherte dem türkischen Vizemeister damit noch ein extrem schmeichelhaftes Remis. Durch das unglückliche Unentschieden müssen die "Bullen" nun im Rückspiel am 6. August im 50.000 Zuschauer fassenden Sükrü-Saracoglu-Stadion von Istanbul zumindest ein Tor erzielen, um das angepeilte Champions-League-Play-off noch zu erreichen. Der Verlierer des Duells steigt ins Europa-League-Play-off um.

Stimmen zum Spiel
Roger Schmidt (Salzburg-Trainer): "Das Ergebnis ist sehr enttäuschend, weil wir viel besser gespielt haben, als es das Ergebnis ausdrückt. Wenn man in letzter Sekunde mit dem zweiten Torschuss des Gegners das 1:1 kriegt, ist das sehr bitter. Durch den späten Ausgleich hat sich die Ausgangsposition für das Rückspiel natürlich verschlechtert, aber wir sind sicher nicht chancenlos. Ich habe nur eine klare Torchance von Fenerbahce - den Lattenschuss - gesehen. Wenn man weiß, dass der Schiedsrichter Portugiese ist, dann hat er einige Gastgeschenke an Bruno Alves verteilt. Wir hätten uns eine bessere Ausgangsposition erhofft und verdient, aber wir müssen jetzt im Rückspiel in Istanbul Tore schießen, alles raushauen, was wir haben, und versuchen, in dem Hexenkessel dort zu bestehen."

Ersun Yanal (Fenerbahce-Trainer): "Ich wusste, dass Salzburg sehr schnell nach vorne spielen kann. Sie sind aber seit acht Wochen bereits im Training, während bei uns wichtige Spieler erst seit drei Wochen im Training sind. Deshalb war der Vorteil bei Salzburg. Wir werden aber jeden Tag besser. Die letzten 30 Minuten war das wahre Fenerbahce zu sehen. Diesen Weg werden wir weitergehen. Salzburg war die ersten 60, 70 Minuten sehr gut, hatte viele Torchancen. Die Salzburger haben gezeigt, dass sie eine sehr gute Mannschaft sind. Deshalb müssen wir sehr vorsichtig sein, aber wir wollen in die Champions-League-Gruppenphase und werden auch dorthin kommen."

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