30.07.2013 13:18 |

Gewalt vor Wahl

Geschäftsmann ist neuer Präsident Pakistans

In Pakistan ist der Geschäftsmann Mamnoon Hussain (Bildmitte) nach Angaben des staatlichen Fernsehens am Dienstag zum neuen Präsidenten gewählt worden. Erstmals waren nicht alle Pakistaner, sondern lediglich die Abgeordneten zur Wahl des Staatsoberhaupts aufgerufen. Diese wurde von einer Gewaltwelle überschattet. Unmittelbar vor Beginn der Abstimmung hatten schwer bewaffnete Taliban-Kämpfer ein Gefängnis im Nordwesten des Landes gestürmt und mehr als 250 Häftlinge befreit.

Der Vorfall wirft einen Schatten auf die Bemühungen der pakistanischen Sicherheitskräfte, mit der zunehmenden Gewalt im Land fertig zu werden. Besonders der pakistanische Arm der Taliban hat zuletzt immer mehr an Stärke gewonnen.

Hussain erzielte als Spitzenkandidat der regierenden Muslim-Liga die Mehrheit der Stimmen der Abgeordneten des Parlaments und der Regionalvertretungen, wie das Fernsehen berichtete.

Enger Vertrauter von Premier Sharif
Hussain ist ein enger Vertrauter von Premierminister Nawaz Sharif. Er bringt Qualitäten mit, die darauf hoffen lassen, dass er einigend auf die gespaltene Gesellschaft seines Landes wirken könnte. Auch für den Westen könnte er sich als zugänglicher Gesprächspartner erweisen.

Zwar ist das Präsidentenamt weitgehend zeremoniell, Einfluss hat das Staatsoberhaupt aber doch. Nominell ist der Präsident auch oberster Befehlshaber der Streitkräfte, auch wenn sich die mächtige Armee ziviler Kontrolle weitgehend entzieht.

Boykott der Wahl durch Oppositionspartei
Die größte Oppositionspartei - die Volkspartei von Amtsinhaber Asif Ali Zardari - hatte die Wahl boykottiert. Als Grund gab sie an, dass die Abstimmung eine Woche vorgezogen wurde und daher nicht ausreichend Zeit zur Vorbereitung blieb. Zardaris Zeit in dem weitgehend zeremoniellen Amt endet am 8. September.

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