Fahrverbot verhängt

Spanien: Lokführer räumt vor Gericht Unvorsichtigkeit ein

Ausland
29.07.2013 08:28
Nach dem schweren Zugunglück in Spanien mit 79 Toten hat der Lokführer vor einem Ermittlungsrichter eingeräumt, "unvorsichtig" gehandelt zu haben. Dennoch wurde Francisco Jose Garzon am Sonntagabend nach rund zweistündiger Vernehmung unter Auflagen aus der Untersuchungshaft entlassen, wie spanische Medien berichteten. Der 52-Jährige soll sich wegen fahrlässiger Tötung in 79 Fällen vor Gericht verantworten. Zu der Vernehmung am Unglücksort in Santiago de Compostela war er in Handschellen geführt worden.

Die Einleitung des Ermittlungsverfahrens wegen fahrlässiger Tötung hatte Innenminister Jorge Fernandez Diaz bereits am Samstag verkündet. Nach bisherigen Erkenntnissen war der Lokführer am Mittwochabend wenige Kilometer vor der Einfahrt in den Bahnhof des Pilgerortes Santiago im Nordwesten des Landes in einer Tempo-80-Zone mit 190 Kilometern pro Stunde in eine Kurve gerast.

52-Jähriger darf vorerst keine Züge mehr fahren
Richter Luis Alaez habe nun entschieden, dass sich Garzon einmal pro Woche beim Gericht melden müsse, hieß es in Medienberichten. Dem Beschuldigten sei der Reisepass abgenommen worden. Zudem dürfe er bis auf Weiteres keine Züge mehr fahren.

Der Lokführer war bereits am Donnerstag im Krankenhaus festgenommen worden. Am Freitag verweigerte er noch die Aussage. Auch das Angebot psychologischer Betreuung soll er zurückgewiesen haben. Einem Bericht der Zeitung "El Mundo" zufolge soll er kurz nach dem Unglück gesagt haben: "Ich habe es vermasselt, ich möchte sterben." Spekulationen, dass Garzon zum Zeitpunkt des Unglücks mit seinem Handy telefoniert habe, hätten die Ermittler jedoch zurückgewiesen.

Opferzahl steigt weiter: US-Amerikanerin gestorben
Die Zahl der Todesopfer stieg unterdessen auf 79. Eine US-Amerikanerin konnte von den Ärzten nicht mehr gerettet werden. Die Behörden befürchten, dass weitere Verletzte das Unglück nicht überleben könnten. Derzeit werden etwa 70 Menschen in Krankenhäusern behandelt, 21 von ihnen sollen in kritischem Zustand sein.

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