28.07.2013 15:18 |

Nach Attentat

Schiiten in Pakistan wollen Privatmilizen wiederbeleben

Nach einem verheerenden Doppelanschlag auf Schiiten im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan wollen Anführer der religiösen Minderheit die privaten Milizen wieder einführen. Die Regierung müsse die Bürgerwehren im Stammesgebiet Kurram wieder zulassen, forderte Schiitenführer Mansab Ali Bangash am Sonntag. Die beiden Einheiten waren 2007 gegründet worden, mussten ihre Arbeit nach einer Vereinbarung mit dem Militär 2010 aber einstellen.

Nach Angaben eines anderen Schiitenanführers stieg die Zahl der Opfer des Anschlags vom Freitag in dem Ort Parachinar in Kurram auf 63. Außerdem waren die beiden Selbstmordattentäter ums Leben gekommen. Seit dem Anschlag habe das Militär seine Präsenz in der Region verdoppelt, so der Mann weiter. Die Menschen hätten dennoch Angst.

Schiitenführer: "Wir sind belagert"
Kurram ist als einziges der sieben halbautonomen Stammesgebiete an der afghanischen Grenze mehrheitlich schiitisch. Extremistische Sunnitengruppen aus den umliegenden Gebieten greifen die Schiiten dort immer wieder an. "Wir sind belagert", sagte Bangash. "Wir wollen, dass unsere Freiwilligen für Sicherheit sorgen." Die beiden Bürgerwehren hatten sich in Anlehnung an Vorbilder im Libanon und im Irak "Hisbollah" und "Mehdi-Miliz" genannt.

Extremistengruppe kündigt weitere Angriffe an
In den vergangenen Jahren wurden in Kurram nach inoffiziellen Schätzungen mehr als 2.000 Schiiten getötet. Auch in anderen Regionen Pakistans werden Schiiten immer wieder zum Ziel von Anschlägen. Zum Attentat am Freitag bekannte sich die Extremistengruppe Ansarul Mujahideen. "Schiiten sind Feinde des Islam und wir werden sie weiterhin angreifen", sagte ein Sprecher der Gruppe.

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