Skelette analysiert

Panzer-Dinos litten zeitweise unter Knochenschwund

Wissen
26.07.2013 07:58
Die nashorngroßen Ankylosaurier haben wahrscheinlich in ihrer Jugend phasenweise unter starkem Knochenschwund gelitten. Panzer-Dinos brauchten in dieser Zeit Kalzium und andere Mineralien, um ihren knöchernen Hautpanzer aufzubauen, wie die Universität Bonn am Donnerstag mitteilte. Diese holten sie sich offenbar aus ihren langen Skelettknochen.

Erwachsene Ankylosaurier (siehe Illustration) glichen einer uneinnehmbaren Festung: Dicke Knochenplatten in ihrer Haut schützten Kopf, Nacken, Rücken und Schwanz. Bei manchen Arten waren sogar die Augenlider verknöchert. Selbst große Fleischfresser wie etwa der Tyrannosaurus rex dürften es schwer gehabt haben, diese Rüstung zu knacken.

Jungtiere noch ohne Panzer
Doch die bisssichere Weste entwickelte sich erst in den ersten Lebensjahren. Bei Jungtieren fehlte sie weitgehend, wie Fossilfunde dokumentieren. Während der frühen Wachstumsphase bildeten sich dann die teils flachen, teils dornenförmigen Hautauflagerungen. Dazu benötigten die Tiere jede Menge Kalzium und Phosphor, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift "PLOS One".

Lange Skelettknochen als Mineralquelle
Nach Ansicht der Bonner Paläontologen nutzten die Panzer-Dinos augenscheinlich ihre langen Skelettknochen als Mineralienquelle. Die Wissenschaftler haben die Beinknochen zahlreicher Ankylosaurier unter die Lupe genommen. Dabei fanden sie Anzeichen für einen extremen Umbau während der frühen Wachstumsphase. In dieser Zeit litten die Dinos nach der Theorie der Forscher zumindest phasenweise unter Osteoporose. Sobald die Panzerung komplett war, wurde der Knochen in den Extremitäten demnach wieder verstärkt.

Tiere waren vermutlich Warmblütler
Auch andere Tiere bauen ihre Knochen zeitlebens um. Besonders ausgeprägt sei dies bei Warmblütern, weshalb die Befunde nach Ansicht der Forscher die These stützen, dass auch Ankylosaurier warmblütig waren.

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