"Burka-Rächerin"
Pakistan: Cartoon-Superheldin kämpft für Mädchen
Die Taliban haben in Pakistan bereits Hunderte Schulen in die Luft gesprengt, immer wieder greifen sie Menschen an, die Mädchen eine Schulbildung ermöglichen wollen. Berühmtestes Beispiel ist wohl Malala Yousafzai, die aufgrund ihres Engagements von den Taliban ermordet werden sollte und nur knapp überlebt hat (siehe Infobox).
Nun soll eine Superheldin helfen, für die Rechte von Kindern und speziell Mädchen einzustehen: "Burka Avenger", also "Burka-Rächerin", heißt die Cartoon-Serie, die ab August auf Geo TV ausgestrahlt werden soll.
Kampfeslustige Lehrerin verteidigt Mädchenschule
In der Serie soll es allerdings weniger düster zugehen als im echten Leben, berichtet die Nachrichtenagentur AP: Die Bösewichte - ein korrupter Politiker und ein böser Zauberer, der an einen Taliban-Führer erinnert - würden eher Gelächter als Angst und Schrecken verbreiten. In der Serie versuchen sie, eine Mädchenschule zu schließen, was die eigentlich friedfertige Lehrerin Jiya nicht durchgehen lässt: Mit ihren geheimen Kampfkünsten geht es den Widersachern an den Kragen. Ihre Identität bleibt dank der schwarzen Ganzkörperverhüllung durch die Burka unter Verschluss.
Auch Umweltschutz und Diskriminierung Thema
Die Serie wurde von Pakistans größtem Popstar Aaron Haroon Rashid erdacht, der Kindern damit laut Interview mit der Nachrichtenagentur AP verschiedene Inhalte näherbringen möchte: Bildung für Mädchen steht ebenso auf dem Plan wie zum Beispiel Umweltschutz und der Kampf gegen Diskriminierung - schließlich greifen die Taliban immer wieder religiöse Minderheiten an.
"Starke soziale Nachricht" dank Unterhaltung
"Jede einzelne unserer Episoden dreht sich um Moral, was eine starke soziale Nachricht an die Kinder aussendet", zeigte sich Rashid im Interview mit der AP überzeugt. "Aber diese wird umhüllt von purer Unterhaltung, Lachen, Action und Abenteuer." Lieder von Rashid und weiteren pakistanischen Popstars sollen ebenfalls zur Unterhaltung beitragen, genau wie ein iPhone-Spiel und eine interaktive Website.
"Rächerin" trägt privat weder Burka noch Kopftuch
Dass die Superheldin in einer Burka auftritt, könnte allerdings
irritieren, so die AP. Schließlich wurde das Kleidungsstück Frauen in den 1990ern durch die Taliban aufgezwungen. Auch von der "Rächerin" sind im Kampf nur die Augen und Finger zu sehen. Rashid rechtfertigt die Entscheidung damit, dass die Figur in einem anderen Superheldinnen-Kostüm in Pakistan vermutlich nicht funktioniert hätte - so sorge Lokalkolorit für Akzeptanz unter den Zusehern. Zudem trage Jiya, wenn sie gerade keine Bösewichte vertrimmt, weder Burka noch Kopftuch.












Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.