25.07.2013 11:41 |

10 ml pro T-Shirt

"Sweat Maschine" wandelt Schweiß in Trinkwasser um

Für das Kinderhilfswerk UNICEF hat ein schwedischer Ingenieur eine Maschine gebaut, die aus Schweiß in Kleidungsstücken Trinkwasser gewinnt. Mit der "Sweat Maschine" will UNICEF darauf hinweisen, dass 780 Millionen Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.

Entwickelt und gebaut hat die "Sweat Maschine" Andreas Hammar, der für seine Technikshow "Mekatronik" im schwedischen Fernsehen bekannt ist. Das realtiv teure Verfahren, das er dabei verwendet, ist jenem ähnlich, welches auch in der Raumfahrtindustrie - etwa auf der Internationalen Raumstation ISS - verwendet wird, um aus Urin sowie dem Kondenswasser der Atemluft der Astronauten Trinkwasser zu erzeugen.

Zehn Milliliter Wasser pro T-Shirt
In Hammars "Sweat Madchine" werden die schweißgetränkten Kleidungsstücke zunächst in einer Trommel wie in einer Waschmaschine geschleudert. Der so extrahierte Schweiß wird in einem weiteren Schritt erhitzt und zirkuliert anschließend in einer speziellen Kassette, wo er mit einem Membrandestillation genannten Verfahren destilliert wird.

Übrig bleibt schließlich sauberes Wasser, das - so der Ingenieur - reiner als gewöhnliches, schwedisches Leitungswasser ist. Aus einem verschwitzen T-Shirt gewinne die "Sweat Maschine" im Schnitt etwa zehn Milliliter Trinkwasser, so Hammar.

Bei Fußballturnier im Einsatz
Beim Gothia Cup, dem größten internationalen Fußballturnier für Jugendliche im Alter von zehn bis 19 Jahren, das vergangene Woche im schwedischen Göteborg stattfand, war die Maschine bereits im Dauereinsatz und destillierte aus den Dressen der jungen Sportler Trinkwasser.

Laut UNICEF ist nicht geplant, die "Sweat Maschine" tatsächlich in Regionen einzusetzen, in denen es Probleme bei der Versorgung mit Trinkwasser gibt. Dafür gebe es bessere und deutlich billigere Lösungen, wie etwa Pillen, mit denen nicht sauberes Wasser trinkbar gemacht werden kann.

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